FERNANDO VS ADRIAN: Time Walk – Promo Tape

Zwei Reviewer, ein Release: Bühne frei für FERNANDO VS ADRIAN!

Time Walk
Time Walk

Vorwort

Nando:
Was Markus und Moritz können, können Adrian und ich schon lange. Wir beide haben uns auch mal zusammen gesetzt und gemeinsam ein neues Release auseinander genommen. Jeder der Adrian kennt, weiß ja, dass er der 90s-sXe/ Vegan-Metalcore-Guru ist und zum Einschlafen Riffs von Bands wie Morning Again braucht. Der Typ hat auch die Eigenschaft neue Bands mit viel Potential aus diesem Subgenre zu finden – so wie es vor ein paar Wochen wieder der Fall war. Time Walk heißt die Kapelle und – so viel vorab – weiß mit ihrem Promo-Tape, auf dem zwei Songs zu hören sind, zu überzeugen.

Adrian:
Genau so ist es nämlich, lieber Nando! Ich mag alles was älter klingt als ich es bin und das machen Time Walk einfach richtig gut. Aber das wollen wir ja jetzt erst einmal im Detail diskutieren, bevor ich hier zu viel vorwegnehme.

01. Fury Of The Sands

Adrian:
Die 90er bekommen derzeit endlich ihre große Chance auf ein Revival. Während sich die meisten Bands sich mit den Dissonanzen und den tief gestimmten Gitarren von Disembodied schmücken, scheinen sich Time Walk auf einen anderen Stil des 90er-Hardcores zu fokussieren. Der Song beginnt mit einem metallischen Riff, das mich persönlich an die frühen 100 Demons und Irate erinnert. Weiter geht es mit groovelastigen Riffs der Marke Merauder und Hatebreed, die mich überzeugen. Die stimmliche Performance klingt in meinen Ohren wie der junge Jamey Jasta zu “Satisfaction is the Death of Desire”-Zeiten. Das gesamte Klangbild wirkt für eine derart junge Band meiner Meinung nach sehr ausgereift und stimmig – was mich hinsichtlich der Tatsache, dass die Band quasi aus dem nichts erschienen ist, sehr überrascht.

Nando:
Manchmal bedarf es keine bekannten Personen aus Hype-Band XY um eine neue Band für gut zu befinden. Genau das gilt für diese Jungs aus Springfield. Wie du schon erwähnt hast, kamen Time Walk aus dem nichts und sammeln bei mir mit ihrem 90er-Mosh Metal-Stil die ersten Pluspunkte. Wenn ich mir so das Cover und den Schriftzug von der Band anschaue, erinnert das doch einfach sofort an Merauder und 100 Demons. Dann lässte noch “Fury of the Sands” laufen und sagst dir „Okay, Merauder haben ihren Nachfolger gefunden“. Der Song fängt gut an. Durch den schon von dir benannten Metal-Riff und geht im Anschluss gut nach vorne. Eine heftig hallende Stimme unterstreicht das Ganze noch und die Jungs lassen den Song mit einem groovigen Moshpart und einem typischen Metalcore-Breakdown enden. Adrian, ich glaube, hier haben wir unsere Traumband gefunden.

Time Walk - Promo Tape Cover
Time Walk – Promo Tape Cover

02. Time Heals Nothing

Adrian:
Da könntest du recht haben, Nando. Die Jungs haben auf jeden Fall das Potential eine der neuen Top-Bands zu werden. Das beweisen die Jungs auch im nächsten Song “Time Heals Nothing”. Geiler groove, harter Mosh, wütende Metal-Riffs und eine wahnsinnig kräftige Stimme. Hier weiß offensichtlich jeder was er macht. Wie auch im ersten Song sitzt hier jedes Riff an der richtigen Stelle. Das klingt für eine so junge Band derartig durchdacht und tight, dass mir nichts übrig bleibt als zu staunen. Das Songwriting flasht mich richtig und ist für Hardcore-Verhältnisse so anspruchsvoll wie nur wenige andere in dem Genre. Ich bin jetzt schon Diehard-Fan.

Nando:
Isso. “Time Heals Nothing” fängt im Gegensatz zum ersten Song etwas langsamer und schleppender an, drückt aber dennoch ziemlich hart. Wirklich schneller wird der Song auch im restlichen Abschnitt nicht, aber wie du schon sagst sind hier wütende Metal-Riffs kombiniert mit groovigen Moshparts heraus zu hören. Was mich einfach von Anfang bis Ende richtig geil macht ist diese angepisste Stimme vom Sänger. Kann man halt gut mit alten Interviews oder Segments aus Stone Cold Steve Austins vergangen Tagen vergleichen, wütende Ansagen mit Lungenkrebs und viel Bier. Dennoch kommt der zweite Song nicht an “Fury Of The Sands” heran, bleibt aber dennoch eine Hardore-Metal-Bombe.

Fazit

Nando:
Wir haben es ja schon deutlich genug beschrieben, Merauder haben hier ihren Nachfolger gefunden. Da die Band sich dieses Jahr leider noch auflösen wird, würde das ja super passen, wenn Time Walk in deren Fußstapfen treten und diese geniale Art des Hardcore-Metal weiter fortführen. Die Jungs haben mit zwei Songs das geschafft was andere Bands nicht mit zehn Songs schaffen: mich in ihren Bann zu reißen. Wem die zwei Songs nicht ausreichen, der kann sich gerne noch die “Path to Exile”-Demo reinziehen und vielleicht versteht er dann wovon wir hier reden. Hab ich was vergessen? Bitte um Ergänzung!

Adrian:
Vergessen hast du hier überhaupt nichts! Du triffst damit absolut den Nagel auf den Kopf. Wenn Merauder und Konsorten in irgendetwas ihren Nachfolger finden sollten, dann sehe ich Time Walk hier als den Topkandidat! Bleibt nur zu hoffen, dass die Band nicht dem Kurs aller guten neuen Bands einschlägt und sich nach der EP auflöst, da ich glaube, dass die Band mit ihrem abwechslungsreichen Songwriting auch eine LP sinnvoll und spannend füllen kann. Tee trinken und abwarten.

Nando:
Beim nächsten Mal weniger Arschkriecherei von alten Bands!

Für weitere Informationen checkt:

http://www.facebook.com/timewalkhc

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