Reingehört: Fourth Crusade – Demo MMXV

Heute steht etwas für die Freunde von harter, metallischer Musik auf dem Programm. Fourth Crusade wurde 2015 aus ehemaligen Bandmitgliedern von Content With Dying, Stone/Heart und Carnivorous Society gegründet und stammt laut den Facebook-Informationen aus Siegen und Gießen. Zu den aktuellen Bandmitgliedern bzw. deren Bands zählen seit ein paar Wochen auch noch Light It Up, da deren Gitarrist Jacob nun auch Fourth Crusade an den Saiten unterstützt. Eine wilde Mischung aus nun doch relativ über Deutschland verteilten Gefilden. Aber wie klingt die Band denn nun eigentlich, die mit nur 235 Facebook-Likes und drei Songs schon einen Label-Deal bei Rising Nemesis Records Vinyl & Tape ihr Eigen nennen kann?

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Wie zuvor angekündigt wird es hart. Der Song “Sovereignty Of Grief” startet die Demo mit einem Skit aus der Serie True Detective, welche mittlerweile schon öfters für düstere Skits hinhalten musste. Während Herr McConaughey seinen tief düsteren Monolog beendet fahren schon die ersten Gitarrenklänge rein und schon ein paar Sekunden später erbricht sich ein Doublebass-Teppich über den Hörer. Spätestens wenn die Vocals sich noch dazugesellen, kann man hier eine erste Zwischenbilanz ziehen: Fourth Crusade orientiert sich unglaublich stark an ihren musikalischen Vorbildern aus Frankreich: Kickback. Man braucht im Endeffekt kein Review dafür zu lesen, die stimmliche Ähnlichkeit ist offensichtlich und so hat Adrian’s Stimme auch nicht mehr viel mit älteren Projekten gemeinsam. Der Sound ist sehr dreckig und man merkt dem Material durchaus den Democharakter auch an, was aber zu den Songs passt. Das erste Stück der Demo gipfelt in einem ziemlich harten Moshpart, der sehr an Arkangel erinnert. Um sich vielleicht ein bisschen abzuheben, wurde dieser Part dann am Ende nochmal verlängert, was mir persönlich ein wenig zu gekünstelt klingt – aber live natürlich funktionieren wird.

Die Demo wird mit dem Song “Acheron” fortgesetzt, wo auch Lucas, ehemalig verantwortlich für die Vocals bei der Band DONE, einen kurzen Auftritt hinlegt. Der Song ist ebenfalls grundsolide und punktet mit sehr metallischen Riffs, gutem Schlagzeugspiel und sehr tanzbaren Parts. Ein Prinzip, welches sich durch die gesamte Demo zieht. Punkig angehauchte groovige Parts oder Singalongs sucht man jedoch vergebens, passen diese doch auch nicht wirklich in diese Art von Musikrichtung.

Den Abschluss liefert “Cursed“, welcher etwas ruhiger anfängt, dann aber doch relativ zügig an Fahrt aufnimmt. Der Song wirkt durchdachter und abwechslungsreicher als die vorherigen Songs und gefällt mir persönlich am besten. Gut möglich, dass dieser Song der Letzte war, der von der Band geschrieben worden ist und davon profitiert, aber das ist halt auch nur ins Blaue geraten. Nichtsdestotrotz: Anspieltipp.

Erhältlich ist die Demo online via Bandcamp oder als limitiertes Tape via Rising Nemesis Records Vinyl & Tape, welche das Release als Bundle mit einem Shirt im Artworkdesign anbieten. Unterm Strich haben wir mit Fourth Crusade eine junge Band, die auf jeden Fall einen harten Sound liefern, welcher nicht gerade dem aktuellen Trend hinterherläuft und damit per se sympathisch ist. Die Vocals sind handwerklich unglaublich stark und erinnern an einen wilden Mix aus den schon genannten Bands. Leider schwächelt die Demo noch in den Punkten Eigenständigkeit und Kreativität, so dass sie z.B. im direkten Vergleich mit den Parisern von MAD AT THE WORLD den Kürzeren zieht. Macht aber alles nichts, denn letztendlich ist eine Demo ja auch zur Selbstfindung da und ich bin gespannt, wie sich die neuen Songs, vor allem mit Jacob an der Gitarre, anhören werden.

Auschecken lohnt sich definitiv und ich freue mich darauf, die Band in Zukunft live zu sehen.

Markus Kasten

Für weitere Informationen checkt:

http://facebook.com/thefourthcrusade

http://fourthcrusade.bandcamp.com

http://facebook.com/rnrecordsvinyltape

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