Akani – Through My Darkest Infernal Review

Kurz bevor Merauder ihre Auflösung und ihre letzte Tour bekanntgaben, formierte sich um Sänger Jorge Rosado das Projekt Akani. Die Referenzen der einzelnen Member, die bei Metalgrößen wie At The Gates, Entombed, Dark Tranquility und The Haunted mitwirkten, können sich durchaus sehen lassen.

Da Merauder meiner Meinung nach die Speerspitze des New York Hardcore bilden und At The Gates mein absoluter Favorit im Metal sind, sind meine Erwartungen entsprechend hoch und ich begebe mich gespannt an die erste LP der Kapelle, die auf den wunderbar metallisch anmutenden Namen „Through My Darkest Infernal“ hört.

Akani
Akani

Leider werde ich schon im Rahmen des ersten Songs „Ghetto“ meiner Erwartungen beraubt, hoffte ich doch auf eine Kombination des Merauder Grooves mit melodischen Metal-Riffs à la At The Gates. Leider finde ich für meinen Teil auf der Platte weder die markante Gitarrenarbeit Anders Björler’s noch die Elemente, die Merauder so einzigartig machten. Stattdessen bekommt man auf „Through My Darkest Infernal“ relativ gewöhnlichen, modernen Hardcore, der durch seine sterile Produktion auch einiges an Authentizität und ehrlich wirkender Wut einbüßen musste. Die Produktion der Gitarren weckt bei mir unangenehme Assoziationen zu Bands, die sich selbst mit dem Begriff Djent bezeichnen, jedoch meiner Meinung nach mit überproduziertem Mall-Metal besser beschrieben wären.

Neben all der Kritik muss ich jedoch auch dieser Scheibe ihre Höhepunkte, die sich meiner Meinung nach vor allem im orchestral anmutenden, instrumentalen Titelsong „Through My Darkest Infernal“ und im letzten Song „New World“ finden, zugestehen. Beide Songs zeigen letztendlich doch noch, wer bei Akani die Instrumente bedient. Der Titeltrack „Through My Darkest Infernal“ hätte es genauso gut auf eine At The Gates oder Dark Tranquility Scheibe schaffen können und erinnert mich an die instrumentalen Interludes, wie sie auf nahezu jeder großartigen Melodic-Death-Metal-Scheibe der neunziger Jahre zu hören waren, womit es Akani sogar schaffen mir ein bisschen Gänsehaut zu verpassen. Ein ähnliches Feeling vermittelt auch der abschließende Song „New World“, welcher durch seine düsteren Melodien und das grandiose Solo glänzt. Hier läuft Gitarrist Anders Björler zu Hochformen auf und zeigt, warum er bei Metal-Giganten wie At The Gates die Gitarre bedienen darf.

Zusammenfassend kann man durchaus sagen, dass Akani das nötige Talent und das Potential haben, ein grandioses Album zu schreiben, was sie aber insgesamt auf „Through My Darkest Infernal“ nicht wirklich nutzen. Wer einen Jorge Rosado am Mikrofon und einen Anders Björler an der Gitarre hat, muss sich nicht hinter einer sterilen Produktion und unspektakulären Hardcore-Riffs verstecken. Würden sich Akani etwas experimenteller geben und sich trauen, ihr ganzes Potential zu verwirklichen, wie sie es in den beiden angesprochenen Songs tun, könnte die ganze Sache schon ganz anders aussehen. Ich würde nicht sagen, dass es sich bei „Through My Darkest Infernal“ um eine schlechte Scheibe handelt, aber die Erwartungen, die mit den Referenzen geweckt wurden, kann die LP bei mir nicht erfüllen. Ich lege dennoch jedem ans Herz der Band zumindest eine Chance zu geben und vielleicht weniger voreingenommen als ich an Akani heranzutreten.

TracklisteAkani - Through My Darkest Infernal Cover

01. Ghetto
02. I Won’t Run
03. Courage
04. Save God
05. Love
06. Bloodlust
07. Temple of Lies
08. Warrior of Truth
09. Through My Darkest Infernal
10. Shango
11. Know My Name
12. Lost
13. Pure and Free
14. New World

Für weitere Informationen checkt:

http://www.facebook.com/akaniofficial
http://akani.bandcamp.com/album/through-my-darkest-infernal

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