Ashes – Lost In A Haze Review

Obwohl Ashes aus Belgien schon seit 2012 ihr Unwesen in der Szene treiben, muss ich zugeben, dass sie bis jetzt fast komplett an mir vorbeigegangen sind. Warum kann ich gar nicht genau sagen. An der Unproduktivität der Belgier kann es eigentlich nicht liegen, da es Ashes bis dato auf mehrere Demos und zwei EPs bringen und man den Namen doch schon oft auf Flyern und Tourplakaten lesen konnte.

Also liegt es doch an mir, aber hey, so kann ich mein Versäumnis wenigstens gleich mal nachholen und mich unvoreingenommen mit ihrer ersten LP „Lost In A Haze“ beschäftigen, welche gerade über Farewell Records erschienen ist.

Ashes
Ashes

„Lost In A Haze“ beginnt mit dem gleichnamigen Titeltack. Was mir sofort positiv auffällt, sind die rotzigen Vocals von Sänger Stijn, die hier sehr passend über harte angespielte Drums und groovige Gitarrenriffs flowen. Die nächsten Tracks bestätigen mir meinen ersten Eindruck von dem Sound von Ashes. Die Belgier spielen einen harten, aber dennoch sehr groovigen Hardcore, mit immer wieder gut platzierten Tempowechseln und reichlich Mosh, der von einem angenehm metallisch klackernden Bass getragen wird. Mit diesem Sound können sich die Jungs gut neben Labelkammeraden wie Hawser oder Light It Up einreihen.

Die ersten vier Tracks sind recht schnell durchgehört und mein Kopf ist fast durchgehend am mitnicken. Wo ich mir so denke, ja cool aber könnte auch noch mal was anderes kommen und das kommt auch, und zwar gleich in dreifacher Ladung. Denn in den nächsten Tracks hauen Ashes nämlich ihre gesamte Featureliste raus. Bei „Wolves“ unterstütz Dylan von xViciousx am Mic und worüber ich mich persönlich sehr freue, ist der Gastauftritt von Benchpress Sänger Aaron bei „Turned To Stone“.

Der hervorstechendste Track der ganzen Platte ist aber wohl „Certain Death“, was nicht zuletzt an den fast melodisch gesungen Vocals von Johannes (Coldburn) im Refrain liegt. Im ersten Moment hören diese sich zwar irgendwie krumm und schief an, bleiben vielleicht aber genau deswegen sofort im Kopf und machen den Song sehr catchy. Kein Wunder also dass Ashes genau zu dem Lied ein Video gedreht haben. In meinen Augen spiegelt „Certain Death“ aber nicht das gesamte Album wieder, sondern bildet hier, die Ausnahme. Denn bis zum Ende des Albums bleiben Ashes dann doch eher im gewohnten Terrain und spielen schönen, schnörkellosen und moshlastigen Hardcore, der live sicherlich noch um einiges mehr Spaß macht als auf einem elf Track Album.

Kritiker könnten jetzt wieder sagen: Das klingt genauso wie Blabla…, die machen auch nur das, was BlaBla schon gemacht hat und so weiter und so fort. Es muss aber, meiner Meinung nach, nicht jede Band das Rad neu erfinden und nach dem Hardcore-Innovationspreis 2016 greifen, sondern kann auch ruhig mal den Sound spielen, auf den sie Bock hat. Und genau das machen Ashes auf ihrer ersten LP sogar richtig gut. Auch wenn ich persönlich die Features ein bisschen feiner über die gesamte Albumlänge verstreut hätte, um das Ganze ein bisschen abwechslungsreicher zu gestalten. Am besten macht ihr euch ein eigenes Bild und nutzt den Albumstream, den die Jungs auf ihrer Bandcampseite bereitgestellt haben.

TracklisteAshes - Lost In A Haze Cover

01. Lost In A Haze
02. Love Is Lust
03. No Way Out
04. Send Me To Hell
05. Wolves ft. Dylan xViciousx
06. Turned To Stone ft. Aaron Benchpress
07. Certain Death ft. Johannes Coldburn
08. Hammer Of Justice
09. Illusion Of Fear
10. These Pointing Fingers
11. Wicked World

Für weitere Informationen checkt:

http://ashes1.bandcamp.com
http://farewellrec.limitedrun.com/products/575157-ashes-lost-in-a-haze-lp

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