Beneath The Wheel – Afterlife Myths Review

Beneath The Wheel, aus dem beschaulichen Ibbenbüren im Münsterland, liefern mit „Afterlife Myths“ ihren ersten Longplayer ab. Und dafür hätten sie mit Injustice Records wohl kaum einen besseren Partner für dieses Release finden können. In einer Zeit in der manche Bands erst mindestens 3-4 Demo’s und EP’s releasen, bevor ein Album kommt (wenn überhaupt), finde ich es ganz angenehm, das Beneath The Wheel direkt mit einer LP an ihrer EP „Resignation“ anschließen. Die EP fand ich schon ziemlich stark, auch wenn sich die Band zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz gefunden hatte, was bei so einer jungen Band auch normal ist. Aber damit soll jetzt bei „Afterlife Myths“ ziemlich stark bemerkbar Schluss sein.

Das Intro startet fast schon mystisch mit einem melodischen Riff auf der Akustik Gitarre gespielt und Windgeräuschen und anderen Tönen im Hintergrund. Um Euch die Überraschung zu nehmen: Das Album endet mit demselben Riff, nur etwas weiter ausgeführt (lässt sich aber durch die Songnamen „Devolution Pt I“ und „Devolution Pt II“ vermuten, denke ich).

Mit dem zweiten Track ist dann aber auch vorbei mit Mystik und Melodie. „Snake Of Demise“ knallt direkt los mit shreddernden Riffs, Blastbeatpassagen und einer angepissten Stimme, die sich seit der EP ziemlich verbessert hat und auch besser zum Sound passt! Der Song bietet Death n‘ Roll Elemente à la Entombed mit hartem Break zum Ende hin. Insgesamt sind über dem Album verteilt die härtesten Moshparts zu hören, die ich seit Längerem bei einer deutschen Band gehört habe. Manche Parts könnte man mit ihren Riffs auch fast schon zur Sludge Ecke zuordnen, aber auch nur fast! Abwechslungsreich wird das Album auch durch Songs wie „No Grace“ und „Life & Death“ mit teils schiefen Tönen, etwas verworrenen Riffs, Gitarren-Tappings und versetzten Breaks. Der Titeltrack „Afterlife Myths“ ist mit seinem kurzen akustischen Intro, der treibenden Strophe und dem donnerndem Moshpart gut stellvertretend für die ganze Platte. Einen wirklichen Anspieltipp kann ich allerdings nicht nennen, da alle Songs ihre eigenen kleinen Finessen haben und keiner wirklich schwach ist.

Der Sound ist nicht gerade der beste, den ich je gehört habe, dennoch passt er wunderbar zur gespielten Musik. Dreckige Gitarren, fast schon schlammig, und der dröhnende Bass setzen die schiefen Töne und harten Breaks sehr gut in Szene. Das Schlagzeug hätte meiner Ansicht nach noch einen Tacken lauter sein können, aber ich bin ja kein Soundmann und meine Meinung ist damit wohl eher laienhaft.

Da ich bislang leider noch nicht die fertige Platte in meinen Händen halten durfte, kann ich in puncto Design nur etwas zum Cover sagen. Dieses besticht durch einen roten Schriftzug des Bandnamens und einen Totenkopf von einem Tier (ich vermute mal einen Wolf?) in einem hellen Bronzeton auf einem dunklen Hintergrund, in dem sich wohl grad eine Schlacht zwischen Weltraum-Vikingern und Monstern abspielt. Mystisch ist das wohl und zu den Songnamen passt das auch allemal!

Oft habe ich beim Review vergessen, dass ich hier über eine Hardcore Band schreibe. Größtenteils musste ich bei den gehörten Riffs immer wieder an Entombed denken, bis dann der nächste Break kam und ich mich wieder daran erinnert habe, dass dies Musik aus Ibbenbüren ist und nicht aus Schweden. Beneath The Wheel haben es jedenfalls wunderbar geschafft alle Elemente miteinander zu verknüpfen und eine echt harte Platte geschaffen, die für mich persönlich schon ordentlich für das Jahr 2016 vorlegt. Wirklich empfehlenswert für alle Freunde von Death n‘ Roll und Mosh!

Die Platte ist leider nicht mehr vorbestellbar, aber bei Injustice Records wird es bald weitere Exemplare zu kaufen geben.

Beneath The Weel - Afterlife Myths CoverTracklist:

01. Devolution Pt I
02. Snake Of Demise
03. Water Of Lethe
04. No Grace
05. Life & Death
06. Eternal Skies
07. Smoke And Mirrors
08. Afterlife Myths
09. All Lovers Hell
10. Mortal Agony
11. Devolution Pt II

Für weitere Informationen checkt:

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