Blistered – The Poison of Self Confinement Review

2015 gestaltet sich als ein großartiges Jahr für Freunde des Metalcores der 90er Jahre. Nachdem xRepentancex aus England mit ihrer großartigen LP „The Sickness of Eden” einen mehr als gelungenen Startschuss abfeuerten, folgten die ebenfalls hervorragende neue LP der Siegener Embraced By Hatred und das neue Release der New Yorker Metalcore-Legende All Out War.

Blistered Photo

Blistered halten sich mit ihrem Sound in ähnlichen Gefilden auf und konnten mich bereits mit ihrer EP „Soul Erosion” für sich begeistern. Es bleibt nur die Frage ob ihre erste LP „The Poison of Self Confinement” die zuvor hoch angelegte Messlatte erreichen kann. Kurz und knapp: Ja, das kann sie!

Auch mit ihrer neuen Platte, welche diesen Herbst von 6131 Records veröffentlicht wird, reihen sich Blistered in die Tradition der Victory und Goodlife Records Metalcore Bands der 90er Jahre ein. Disharmonien, Breakdowns, Slayer-Riffs und hohe, keifende Vocals dominieren den Sound der jungen Band aus Florida vom ersten Song an und lassen einen damit in Erinnerungen an die größtenteils leider von uns gegangen Bands, die diesem Sound Pate gestanden haben, schwelgen.

Wer bei Blistered nach sanften Tönen oder Ausbrüchen in technisch anspruchsvolle Soligefrickel sucht, wird bitter enttäuscht. Auf „The Poison of Self Confinement” wird von Anfang bis zum Ende in härtester Manier auf den Hörer eingedroschen. Pausen zum Aufatmen gibt es hier nicht und man vermisst sie auch nicht. Die Jungs beherrschen das Songwriting, wodurch man die schiere Wut auch nach mehreren Durchläufen noch nicht leid ist. Zwischen all der Brachialität steckt in jedem Song ein wenig Liebe fürs Detail, die erst beim mehrfachen Hören zündet.

Meinen persönlichen Liebling habe ich im vierten Song „Illusion of Destiny” gefunden. Der Song schleicht sich mit einem schon fast Bolt Thrower-artigen Metalriff an, nur um einem eine Sekunde später in einem berserkerhaften Wutausbruch gewaltig eine überzubraten. Hier blühen die 90er in ihrer vollen Pracht wieder auf: Metalriffs, Sprechgesang und harte Breakdowns verflochten zu einem brachialen Gesamtpaket.

Mit „The Poison of Self Confinement” haben es Blistered auf jeden fall unter meine Top 10 für 2015 geschafft und ich empfehle sie jedem, der seinen metallischen Hardcore gerne mit einem Hauch beziehungsweise einem Tornado Nostalgie genießt. Der Sound, den Bands wie Morning Again, Buried Alive, Arkangel und Culture vor knapp 20 Jahren formten, erhält hier ein gelungenes Comeback in Form einer modernen Band. Leiht den Jungs euer Ohr. Ich verspreche, dass ihr es auf keinen Fall bereuen werdet!

Blistered CoverTracklist

01. Path of the Coward
02. Caustic Promise
03. The Poison of Self Confinement
04. Illusion of Destiny
05. Lash
06. Lust for Vengeance
07. Kingdom of Traitors
08. Memories to Burn
09. Into the Dying Light
10. Death at Heaven’s Doorstep

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