Born From Pain – Dance With The Devil

Bereits Ende 2014 startete BDHW seine Serie an Top-Releases mit dem neuen Album „Dance With The Devil“ der Holländer Born From Pain. Zusammen mit City To City spielte die Band eine kurze Release Tour um ihr Album passend zu promoten. Für alle die noch unsicher sind, ob die neue Platte etwas für sie ist, haben wir einmal reingehört.

Bereits seit 1997 gibt es Born From Pain und die Band steht seit jeher dafür, sich nicht in eine musikalische Schublade stecken zu lassen. So kann auch „Dance With The Devil“ durchaus mit einem frischen Crossover aus Hardcore der alten Schule und metallischen Riffs aufwarten.

Nach einem kurzen Zitat aus dem Film „V wie Vendetta“ treibt das instrumentale Intro direkt los und die peitschenden Gitarren reißen auch in den folgenden Tracks nicht ab. Erst Matthi nimmt als Feature auf dem Track „Truth Of The Streets“ etwas das Tempo raus, wie man es vom ihm in seiner Rolle als Schreihals bei Nasty gewohnt ist. Aber so ein moshlastiger Part mit Double Bass-Gewitter ist nur eine von vielen Facetten, die das Album zu bieten hat. Sowohl der Gesang von Frontmann Rob, als auch die Gitarren werden beispielsweise im Titeltrack „Dance With The Devil“ sehr melodisch. Ich bin Fan dieses rhythmischen Hardcores und der verspielten Gitarrenläufen, weshalb der Track mein absoluter Anspieltipp ist. Aber auch Oldschool-Fans kommen locker auf ihre Kosten. Matthi ist nämlich nicht der einzige Featuregast, denn mit Terror‘s Frontsänger Scott Vogel haben sich Born From Pain ein echtes Urgestein mit ins Boot geholt. Vogel, der bekanntermaßen ein Freund der Band ist und 2007 während der Hell On Earth Tour bereits als Sänger der Band eingesprungen ist, ist auf dem Song „Bleed The Poison“ zu hören. Der Song bietet Hardcore in reinster Form – schnell, hart, eingängig. Etwas überrascht war ich von der Zusammenarbeit mit dem Holländischen Rapper Def P, der den, meiner Meinung nach, eher schwächeren Song „Stand Free“ gegen Ende spürbar auflockert. Über die Produktion und die Gestaltung des Releases muss man keine großen Worte verlieren: alles läuft hier auf professionellen Niveau ab und lässt wenig Spielraum für objektive Kritik oder Wünsche. Auch Inhalt und Texte sind wie gewohnt von Born From Pain sozialkritisch und kein Einheitsbrei. Auch auf dem mittlerweile siebten Studioalbum der Band, gibt es immer noch genug zu kritisieren und zu erzählen. Hier lohnt sich definitiv ein Blick ins Booklet.

Born From Pain erfinden das Rad definitiv nicht neu, aber bieten einmal mehr ein durchdachtes Album, das für jeden etwas parat hält. Nachdem das letzte Album „The New Future“ für viele Fans der alten Platten zu experimentierfreudig war, sollten sich gerade diese Hörer hier wieder wohler fühlen. Allerdings sollte man sich von der Hoffnung trennen eine zweite „Reclaiming The Crown“ zu hören – was 15 Jahre nach Release aber auch einfach Quatsch wäre. Zwischen Hardcore, Metal, Rap, Beatdown und Punk verstecken sich echte Perlen, die das Werk über die Dauer nicht langweilig werden lassen, obwohl sich einzelne Stücke durchaus anhören, als ob man sie schon vorher an anderer Stelle gehört hat. Alles in allem aber absolut ein gutes Gesamtwerk, mit dem die alten Hasen, die ohnehin zu den Größen der Szene gehören, durchaus alte Härte in einem neuen Gewand vorzeigen.

 Tracklist:

1. As Above, So Below
2. Cause And Effect
3. Eye In The Sky
4. Truth Of The Streets (feat. Matthi Nasty)
5. Chokehold
6. Lone Wolf
7. Dance With The Devil
8. Roots
9. Bleed The Poison (feat. Scott Terror)
10. Stand Free (feat. Def P)
11. Nomad (feat. Lalo, Aleks, Riz King Ly Chee)
12. Hidden Track

Fabian Groll

Für weitere Informationen checkt:

http://facebook.com/bornfrompainofficial
http://bornfrompain.com
http://www.bdhw-shop.com