Chaver – Swamp Review

Aufgepasst, Freunde des mosh-metallischen Hardcores! Injustice Records – die führenden social influencer in Sachen „state of the art“-Knüppelmusik – legen nach den die 2017er BTL-Charts dominierenden Platten von Ratlord & Ghetto Justice das nächste Eisen ins Feuer.

Chaver
Chaver

Diesmal hat man sich zur Rekrutierung in den wilden Osten begeben und die Jungs von Chaver straight outta Halle überzeugt, sich der Injustice Armada im Kampf gegen Safe Space Punks & klonkriegerische Carharttmützenträger anzuschließen.

„Swamp“ nennt sich das erste hochoffiziell von IR veröffentlichte Lebenszeichen der bereits seit 2016 aktiven Truppe. Nachdem die Band zuvor bereits eine Split und eine EP auf Vinyl veröffentlicht hat, kommen die neuen Songs ganz klassisch auf Tape daher und erinnern mit Intro + zwei Tracks in anständig rumpelndem Soundgewand daran, dass das gute alte Demo-Tape noch immer der credibilste und charmanteste Weg ist, um in die Hardcore-Szene-Cipher zu steppen.

Kaum ist das Tape eingelegt und der Playknopf gedrückt, galoppieren nach ein paar Sekunden Feedback und den obligatorisch-durchgeschlagenen Powerchords die ersten Takte dezent metallischen Hardcores durch die Boxen. Chaver stampfen in angenehm rudimentärer Art und Weise vor sich hin und animieren direkt dazu, die müden Knochen über den Pit-Catwalk zu schwingen.

Nach dem schnörkellosen Intro führen der Titeltrack und das schleppende „Ceased“ den eingeschlagenen Pfad konsequent fort. Die Vocals sind garstig, die Rhythmik auf den Punkt und die Gitarren sägen sich durch einige 90er MetalHardcore-Zitate mit einer durchaus zeitgemäßen Note.

Das Tempo wird immer mal wieder variiert, die Kompositionen kommen aber im Großen und Ganzen sehr knackig und songdienlich daher. Das wirkt dann sehr direkt und wenig konstruiert. Nach knapp sechs Minuten ist dann auch schon Schluss – die reichen aber auch, um eine Duftmarke zu hinterlassen.

Obwohl das ostdeutsche Trio so wunderschön straight klingt, fällt es mir gerade schwer direkte Vergleiche zu anderen Bands zu ziehen. Wer auf weniger metallastige All Out War in etwas griffigerem Rhythmusgewand Bock hat, sollte das auf jeden Fall genau so antesten, wie Freunde von aktuellen Truppen wie Incendiary, TUI, Knocked Loose, Expire oder Suburban Scum (die Kontroverse um die Band(s) mal außer Acht gelassen).

Musikalisch positionieren sich Chaver jedenfalls gekonnt zwischen den Stühlen und klingen trotzdem angenehm geradlinig & aggressiv.

Einfach mal anchecken und eins der Tapes bei Injustice Records abgreifen!

TracklistChaver - Swamp Cover

01. Intro
02. Swamp
03. Ceased

Info & Stream

https://www.facebook.com/chaverband

comments