Cornered – Sudden Death

Das Cornered über Farewell Records veröffentlicht, passt wie Arsch auf Eimer. Cornered ist eine meiner absoluten Lieblings-Livebands und Farewell Records steht in den letzten Jahren für starke Releases von mittelmäßig bekannten Eurobands. Zusammen kann das ja eigentlich nur gut werden. Wer die Band noch nicht kennt, der ist mit der Vorstellung eines moshigen Hybriden aus Risk It!, Bitter End und No Turning Back mit einem immer übermäßig besoffenen Sänger gut bedient.

Nachdem die Holländer 2009 eine Demo, 2010 eine mehr-oder-weniger Fulllength namens „Living The Lie“ und zuletzt 2011 eine EP namens „Fuck Off“ über The Limit Records, sowie mehrere Splits mit Bands wie War Charge und Last Dayz veröffentlichten, folgt nun das 28ste Release von Farewell mit dem Namen „Sudden Death“.

Cornered - Live

Die CD kommt mit 16 (ausgeschrieben sechzehn) Songs daher, verpackt in einer schmucken Hülle. Das Booklet zeigt einige Liveshots der Band, sowie allen Lyrics. Die Tracklist auf der Rückseite ist in Form einer Live-Setlist neben einer Gibson dargestellt. Dabei ist alles mit einem Punkte-Raster überzogen, was eine nette Optik ergibt.

Sobald man die CD einlegt, wird auch klar, warum eine Setlist auf der Rückseite prangt: Cornered liefert wieder einmal absolute Livemusik. Mit „Piece Of The Pie“ drückt einem sofort der gut bekannte Euro-Hardcoresound um die Ohren, den die Band ausmacht. Und so geht es auch die nächsten 15 Songs geradewegs weiter: hart, wütend, dabei aber immer irgendwie groovy. Auch einige wenige kurze Gitarrensoli haben den Weg auf das Release gefunden. Gegen das Wort „modern“ muss ich allerdings Widerspruch einlegen. Das zeigt sich am besten daran, dass sich das Breakdown-Cover „All I Ask“ soundtechnisch perfekt in das Album einfügt. Wenn man den Song nicht kennt, wird er nicht als Cover auffallen.

Die letzten fünf Songs von „Sudden Death“ waren allerdings schon auf „Fuck Off“ zu hören, genau so wie einige andere Songs, die bereits auf den Splits released wurden. So reduziert sich die Anzahl wirklich neuer Songs auf eine Hand voll, was ich schade finde und  mein einziger richtiger Kritikpunkt ist.

Beim Sound und Stil sind sich Cornered treu geblieben. Es finden sich wie gesagt einige wenige Gitarrensolos auf dem Release, ansonsten reiht sich Moshriff an Moshriff. Manchen wird das sicherlich auf Dauer zu eintönig, ich finds klasse, da ich die Band genau dafür mag. Als einzige kleine Neuerung fallen einige kleine „richtige“ Gesangsparts auf, wie es zum Beispiel Risk It! und Light It Up vermehrt einbauen, wodurch der Song „Burning Inside“ zu meinem Liebling auf diesem Release wird.

Auch bei den Lyrics hat sich nicht viel getan. Das Leben wird aus der Sicht eines gesellschaftlich Ausgeschlossenen beschrieben, der alleine gelassen wird und dem Selbstverständlichkeiten vorenthalten werden. Die daraus resultierende Selbsthinterfragung und Wut passt perfekt in das musikalische Bild. Zur Produktion ist ebenfalls nicht viel zu sagen. Nach mehrmaligem Hören erkennt man einige kleine Unfeinheiten, ansonsten ist „Sudden Death“ gut produziert.

Der mangelnde Bekanntheitsgrad und Erfolg der Band hängt eindeutig mit der etwas planlosen Releasepolitik zusammen. Denn abzüglich des Covers und der bereits bekannten Songs bleibt vom Album nur eine EP übrig. Dadurch wurden meine Erwartungen an die Platte herb gedämpft, was nicht einmal durch die Tatsache wettzumachen ist, dass die übrigen Songs echt klasse sind. So bleibt ein etwas gemischtes Gefühl zurück, das aber sehr schnell verfliegen wird, sobald ich Cornered das nächste Mal Live sehen werde. Leuten, denen Cornered bisher kein Begriff ist, lege ich „Sudden Death“ aber definitiv ans Herz, da es als eine Art Diskographie betrachtet werden kann.

Letztendlich ist es schön zu sehen, dass sich europäischer Hardcore in diesen Gefilden noch wohlfühlt. Cornered schöpfen ihr Potential leider nicht voll aus, „Sudden Death“ ist die Anschaffungskosten aber auf jeden Fall Wert.

Sudden Death - AlbumcoverTracklist

1. Piece Of The Pie
2. Save Me
3. Burning Inside
4. My Own Enemy
5. Empty Inside
6. All I Ask
7. Left For Dead
8. Your Ingnorance
9. Deceiver
10. Alone
11. Serve The Beast

Lukas Arnhold

Für weitere Informationen checkt:

http://facebook.com/cornered13
http://cornered.bandcamp.com

Live-Foto:

http://www.facebook.com/nachtfrostphotography