Crown Of Thornz – Nothing But Tragedy Review

Wir schreiben das Jahr 1998: ich bin zarte sieben Jahre alt und Crown Of Thornz geben ihre Auflösung bekannt. Auch wenn ich davon natürlich nichts mitbekommen habe. Bis dato hatte die Band die „Train Yard Blues“ EP, die „Mentally Vexed“ Full-Length und eine Split mit Aggressive Dogs released und gehörten zusammen mit Bands wie Madball, H20 oder Vision Of Disorder zur damaligen NYHC-Welle. Untätig blieben die Member nicht, sie spielten und spielen teilweise immer noch in Bands wie Cro-Mags, Skarhead oder Icepick und Frontman Lord Ezec wurde auch durch sein Hip Hop Synonym Danny Diablo bekannt. Im Jahre 2009 hat sich die Band wieder zusammengefunden und spielt seitdem einzelne Shows und nun, 6 Jahre nach der Reunion, gibt es zwei neue Songs in Form einer 7“ mit den Namen „Nothing But Tragedy“ zu hören, released von Bridge Nine Records.

Nach so einer langen Schaffenspause stellt man sich natürliche die Frage: „Ob die wohl durch ihre musikalischen Erfahrungen durch andere Projekte nun mit Crown Of Thornz reifere Songs geschrieben haben, oder bleibt wohl alles beim Alten?“ Was mir von den beiden Möglichkeiten generell lieber ist, hängt natürlich immer von der Band ab, allerdings zeigt sich hier: Es klappt beides!

Die ersten Sekunden vom Song „The Kiss Of Death“ klingen eindeutig nach alt-COT, nur mit klarem, fetteren Sound. Riffs im Midtempo Bereich, treibender Bass mit ein paar verspielten Tönen zwischendurch, lediglich die Stimme von Mr. Diablo hat mich kurzeitig glauben lassen, ich höre mir grad Skarhead an (ich habe zufälligerweise kurz vorher noch die „Mentally Vexed“ gehört, auf der die Vocals noch nicht so aggressiv und nicht in so einer tiefen Stimmlage waren). In der Mitte des Songs setzt überraschend, aber auch passend, die Gitarre mit cleanen Sound ein und der Part baut sich dann durch Drums und Vocals langsam wieder auf, bis es mit der Strophe weiter- und dann auch zu Ende geht. Nichts Untypisches für COT, schließt sich an den älteren Songs an!

No Reason Why“ allerdings, beginnt mit einer cleanen, fast schon melancholischen Melodie und es sind verzerrte Vocals mit viel Hall zu hören, die eine ziemliche Verzweiflung ausstrahlen (leider liegen mir zu diesem Zeitpunkt keine Lyrics vor, allerdings stelle ich mir bei den Worten „we all gonna die, no reason why“ im Refrain nicht grad eine Liebesgeschichte vor, die hier gesungen wird). Im Laufe des Songs stellt sich heraus, dass der Anfangspart die Strophe ist. Der Refrain dagegen hat dann wieder verzerrte Gitarren mit einer ordentlichen Metalkante und es sind zwei wirkliche sehr cool gespielte Soli an den Enden der beiden Refrains zu hören. Ein für mich also eher COT-untypischer Song, der allerdings gut gelungen ist und fast schon an eine Hardcore-Ballade (kann man das so sagen?) ran kommt.

Ganz ehrlich: Ich war etwas enttäuscht, als ich gesehen habe, dass es nur zwei Songs sind. Aber diese beiden Songs machen mir echt Lust auf mehr neue Crown Of Thornz Sachen! Treu geblieben sind sie sich auf jeden Fall, aber ein bisschen frischer Wind schadet in diesem Fall nicht!

Erscheinen wird die 7“ am 14. August und im Bridge 9 Store könnt ihr euch die Scheibe pre-ordern.

TracklistCrown Of Thornz - Nothing But Tragedy Cover
01. The Kiss Of Death
02. No Reason Why

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