Cursed Earth – Cycles of Grief, Vol. 1: Growth Review

Im Juli haben wir sie bereits in einem Spotlight angekündigt, jetzt ist sie da: die erste Hälfte des Cursed Earth Konzeptalbums „Cycles of Grief“. Die fünf Songs starke EP mit dem Namen “Vol. 1: Growth” ist Anfang August über UNFD erschienen und nur in limitierter Stückzahl auf Vinyl erhältlich. Da ich so etwas immer erst zu spät mitbekomme habe ich mich für mein Review mit Spotify zufriedengegeben. Ich gestehe vorweg „Enslaved by the Insignificant“, den Vorgänger der EP, nicht zu kennen und daher völlig unvoreingenommen und ohne Erwartungen an die Sache herangegangen zu sein.

Cursed Earth
Cursed Earth

Der Song „War March“ führt einen mit typischen metallischen Hardcorerhythmen  zunächst einmal auf eine falsche Fährte. Für mich ist der Song keine Offenbarung, sondern klingt irgendwie als hätte ich das alles schon mal gehört. Ich greife mal direkt vor und gebe Entwarnung: die anderen Songs bestätigen meinen ersten Eindruck überhaupt nicht. Die Stimme der Frontfrau Jazmine donnert allerdings auch in diesem Intro schon ordentlich und zeigt schon mal wie druckvoll und düster es wird.

Der zweite Song „Broken“ ist da richtungsweisender. Sehr schnell und frickelig mit dissonanten Metalriffs und Blastbeats ohne Ende, ballert das deutlich mehr als der erste Song. Und meiner Meinung nach wird die EP hier auch interessanter. Das Tempo wird hoch gehalten und die Blastbeats reißen selten ab. Allerdings schafft es die Band in „Discarded“ (feat. Bobak Rafiee von Justice for the Damned) mit einigen Tempowechseln und sogar melodiösen Parts sich von offensichtlichen Einflüssen wie Harm’s Way loszueisen und ihr ganz eigenes Ding zu kreieren. Der Moshpart zum Ende des Songs ist live mit Sicherheit ein Garant für fette Kopfschmerzen – aua. Für mich ist das der stärkste Song der Platte, solltet ihr definitiv mal reinhören!

So eine EP hat ja selten nur Höhepunkte und so finde ich „Sanctioned Violence“ etwas schwächer im Vergleich zu den Vorläufern. Nicht, dass es ruhiger oder langsamer würde, es fühlt sich aber trotzdem an wie eine kleine Pause bevor „Violated“ einen verstörenden Abschluss bereitet. Hier ist mir der Sound sogar teilweise etwas zu chaotisch und erinnert mich ein wenig an den Style von Code Orange. Das Ganze wird aber durch die guten Vocals und Breakdowns etwas aufgelockert, so dass sogar ich hinterherkomme. Nach der relativ kurzen Spielzeit bin ich tatsächlich ganz schön aufgewühlt und eigentlich auch froh, dass es vorbei ist. Nicht weil es mir nicht gefallen hat, sondern weil dieses Geballer erstmal verarbeitet werden muss.

Die Australier verbinden ihre Deathmetal-Tendenzen mit groovigen Riffs und einer Portion Mosh und erinnern mich an Bands wie Imprisoned und Jesus Piece. Es ist irgendwie für jeden etwas dabei, wenn man auf metallischen Hardcore steht. Die Band bezeichnet sich nicht umsonst selbst als HM2-Lords.

Im dichten Dschungel der großen Hardcore- und Metallandschaft sticht Cursed Earth hervor, nicht zuletzt durch das Alleinstellungsmerkmal, mit Jaz‘ Stimme wirklich eine drückende Gewalt zu transportieren. Hoffentlich verschwindet die Band nicht so schnell in der Bedeutungslosigkeit eines Hypes, wie wir es so oft erleben. Ich bin schon sehr gespannt auf die zweite Hälfte des Albums, die ebenfalls wieder als EP erscheinen wird.

TracklisteCursed Earth - Cycles Of Grief, Volume 1: Growth Cover

01. War March
02. Broken
03. Discarded (feat. Bobak Rafiee Justice for the Damned)
04. Sanctioned Violence
05. Violated

Für weitere Informationen checkt:

http:// facebook.com/cursedearthwa

http://unfd.lnk.to/CursedEarthVol1

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