Deluminator – Built To Kill Review

Nach unserem Interview-Marathon mit Deluminator aus Dresden folgt nun noch ein knackiger Review-Sprint. Es geht, ihr habt es bestimmt schon vermutet, um die bald erscheinende Debut Full-Length “Built To Kill“, welche auf Farewell Records erscheinen wird. Damit reiht sich Deluminator zwischen Bands wie Risk It!, City To City, Intense und vielen weiteren ein. Kein schlechter Start für das erste Album und vor allem eine schöne Weiterführung der Erfolgsgeschichte der Band. Die bisherigen EPs “Coronary” und “Enemy Of God” sind auf verschiedensten Medien erschienen und mehrfach ausverkauft. Wer die Jungs schon live gesehen hat, der weiß Bescheid, dass gerade dort keine Gefangenen gemacht werden. Gerade im Osten der Republik genießen Deluminator einen sauberen Heimvorteil, der sehr schön anzusehen ist.

Deluminator
Deluminator

Das erste Mal sah ich die Band zusammen mit Risk It! und Soulground in Altenburg und meine Resonanz sah in etwa so aus: “Ey, die haben Blastbeats – voll geil!” Aber ist denn nun die Full-Length auch “voll geil” und viel wichtiger: gibt es dort ebenfalls Blastbeats? Wir finden es heraus!

Die LP kommt mit zehn Songs und knapp 25 Minuten Spielzeit daher, was ein ziemlich normaler Schnitt ohne größere Ausreißer nach unten oder nach oben ist. Die kürzesten Songs sind Intro und Outro bzw. “Resurgence” und “Resignation“. Eine Band liefert immer eine gewisse Portion Pathos, wenn Intro und Outro gesonderte Namen bekommen. Mir gefallen so kleine Spielereien.

Resurgence” startet und zieht einem erstmal die Socken aus. Bekannt ist das sehr harte und rifflastige Intro schon aus diversen Teasern und Live-Shows und viel mehr kann man dazu auch nicht sagen. Das Intro macht einem relativ einfach klar: “Hier geht’s nun rund, ich hau nun am Ende noch ein paar mal wütend auf die Toms, die Stimmung baut sich auf und dann geht’s auch schon los”. Es folgt der auch schon bekannte Titelsong “Built To Kill“, der schnell startet, dann aber eher ins Mid-Tempo abrutscht und sich generell vielseitig präsentiert. Wechselnde Stimmen, Moshparts, Two-Step und natürlich: Riffs über Riffs. Der Deluminator-Sound ist weiterhin da, wurde ausgebaut und perfektioniert. Es ist hart, ohne stumpf zu klingen, verspielt und schnell, aber stets tanzbar und live-tauglich.

Psychic Lability” führt genau dieses Schema fort. Teilweise erinnert die musikalische Umsetzung an Rock oder Metal, nur der sehr tiefe und kehlige Gesang von Tariq drückt dem Release stets einen härteren Stempel auf. Die Stimme ist angenehm gemischt, so dass sie nicht zu präsent ist, sondern sich eher wie ein weiteres Instrument in den Mix einfügt. Der Song endet in einem Riff und Groove-Gewitter, ohne Zeit zum Verschnaufen zu lassen. “The Beginning” ballert los und damit startet mein erstes Highlight der Platte. Mit Hilfe von Olli Lucifer The Lightbearer werden Parts sogar clean gesungen. Der Track hat einen unglaublich geilen Flow und endet im bisher härtesten Moshpart der Platte. Der Part ist tatsächlich dann doch etwas stumpfer, was aber im Kontrast zum Gesang im selben Song seine Wirkung voll entfaltet. So funktioniert Songwriting – ich bin entzückt. Im übrigens ist das schon das dritte und vorletzte Feature der Platte bei Song Nummero Vier. In den vorherigen Songs waren Flo von AYS und Carsten von Remover zu hören. Nach meinem Geschmack hätte man die Features etwas mehr über die Platte verteilen können, aber da mag’s vielleicht auch jeder anders.

Halbzeit der Platte mit “Kingdom Of The Drowned” – und gleichzeitig das zweite Highlight für mich. Ich weiß gar nicht genau warum, aber den Song hab ich bisher am häufigsten gehört. Richtig starkes Riffing und eine Menge Groove sind schon das ganze Geheimnis. Mit “129A” folgt der schon im Interview besprochene “Fick die Polizei”-Song. (Das Interview findet ihr hier) Hierbei singt auch Schlange von Soulground mit und stellt damit dann auch das letzte Feature der Platte dar. Geil, dass für so einen Song nochmal richtig schön die Punkernamen ausgepackt werden. Der Song ist eher rotzig, schnell, verspielt und man hört gefühlt alle paar Sekunden “Fuck The Police” mit obligatorischen Rotz-Geräusch am Ende – geht mir persönlich nun nicht so irre rein, aber ich denke, dass der Song viele Freunde finden wird. Sicherlich ein Titel, der polarisiert.

Days Of Chaos” ist da schon mehr wieder meine Baustelle, Deluminator schaffen es perfekt Two-Steps mit sehr viel Power und geilen Riffs und sehr langsame, verspielte Parts zu verbinden. Wenn man kurz nicht genau hinhört wirken die Strukturen teilweise richtig wirr, weil so viel in den Songs passiert. Also Ohren auf beim ersten Durchlauf und Facebook ausnahmsweise zumachen.

Mit “Existence Stop” nähern wir uns dem Ende der Platte und hier wird nochmal eine neue Facette aufgetragen: Der Track startet langsam, melodisch und ruhig, so dass ich den Titel öfters mit dem Outro verwechselt habe, nur um dann vom eigentlichen Song aufgeweckt zu werden. Es bleibt schnell, verspielt und tanzbar. Der Sound der Platte zieht sich wie ein roter Faden durch das Release. Was ich bei anderen Releases einer Band negativ ankreiden könnte, klappt hier wunderbar. Alles klingt wie aus einem Guss, aber viele Songs der Platte haben einfach besondere Merkmale, die sie herausstechen lassen.

Den Abschluss machen “Hammer The Wheels” und das schon erwähnte Outro “Resignation“. Ersterer zieht das Tempo nochmal richtig an und gefällt mir auch richtig gut. Ansonsten ist dazu alles gesagt, auch wenn das Riffing und der Mosh hier nochmal besonders geil ist. Man könnte sagen mein drittes Highlight der Platte. Resignierend und traurig verabschiedet sich die Platte, ein Soundtrack wie er auch bei The Last Of Us hätte laufen können. Wunderschön, einziger Kritikpunkt wäre, dass eben “Existence Stop” nur zwei Titel vorher ähnlich anfängt – was bei mir für ein wenig Verwirrung gesorgt hat.

Die Platte ist durch und ich bin schwer zufrieden. Für Freunde solcher Musik bietet das Releases eigentlich alles, was man sich wünscht. Instrumental überfährt das Ding alles, die Riffs sind der Wahnsinn und es ist dazu stellenweise sehr hart und tanzbar. Die Texte sind wie im Interview beschrieben etwas verwirrend und nicht alle so leicht greifbar wie der “Fick die Polizei”-Song, aber auch das kann ja durchaus auch eine Langzeitmotivation sein, sich mit der Platte intensiv zu befassen. Das Artwork ballert, auch wenn ich mich ärgere, dass ich im Interview dazu keine Fragen gestellt habe. Eine versunkene Stadt mit angeketteten Leichen und einem riesengroßen Fisch. Quasi das “Kingdom Of The Drowned“? Wieso keine Referenz zum Titelsong? Und wo zur Hölle sind die Blastbeats geblieben? Fragen über Fragen.

Ich verzeihe den kleinen Ausrutscher mit den Blastbeats und kann die Platte jedem ans Herz legen. Anspieltipps ganz klar: “The Beginning“, “Kingdom Of The Drowned” und “Hammer The Wheels“. Sammler und Fans von Kassetten sollten übrigens auch bei Injustice Records vorbei schauen, die das Album ebenfalls auf Tape releasen werden!

TracklisteDeluminator - Built To Kill Cover

01. Resurgence
02. Built To Kill (feat. Flo AYS)
03. Psychic Lability (feat. Carsten Remover)
04. The Beginning (feat. Olli Lucifer The Lightbearer)
05. Kingdom Of The Drowned
06. 129A (feat. Schlange Soulground)
07. Days Of Chaos
08. Existence Stop
09. Hammer The Wheels
10. Resignation

Für weitere Informationen checkt:

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http://www.facebook.com/injustice.records
http://deluminator.bandcamp.com/album/built-to-kill