European Hardcore Poolparty – Moritz P.O.V.

Bevor ihr meine Sichtweise der Poolparty lest, solltet ihr unbedingt den Bericht von Markus checken, da meiner darauf aufbaut! Zu finden ist dieser HIER.

Anreise

So, nachdem ihr nun Anreise und Poolparty aus der Sichtweise des lieben Kastens geschildert bekommen habt, werde ich euch mal erzählen, was wirklich passiert ist. Und da Markus bei seiner Anreise begonnen hat, werde ich das auch so machen. Ein kompletter Bericht über den Urlaub würde ohnehin erstens nicht zum Zine-Inhalt passen, zweitens den Rahmen sprengen und drittens Dinge ans Tageslicht befördern, die wohl besser in unseren Erinnerungen bzw. am besten gleich in Lissabon bleiben.

Angefangen hat es damit, dass unser Kumpel wie die großen Rockstars vom Flughafen abgeholt werden wollte. Selbst in die Stadt zu unserer Bude fahren ist nicht. Und da wir auch so verdammt herzensgute Menschen sind und in einer Großstadt wie Lissabon eh nichts Besseres zu tun haben, sind wir seiner Bitte natürlich auch nachgekommen und haben den Kunden am Flughafen empfangen. Wie bereits beschrieben mussten wir erst mal herzlich lachen, als wir unseren Freund in seinem „Urlaubsoutfit“ erblickt haben. Nach den üblichen Handshakes, Wangenküsschen und kurzen Tanzeinlagen sind wir dann ab zur Metro (der viel chilligere Bus wollte auf Teufel komm raus nicht kommen) und erst mal zu unserer Einsatzzentrale gefahren. Was Markus richtig festgestellt hat: die Stadt ist sehr hügelig und läd‘ zum Jammern ein. Was ich allerdings feststellen musste: „Markus, du hattest gar keinen schweren Koffer, wir hingegen schon! Also stell dich nicht so an!“ Die weiteren Stunden des Tages verbrachten wir dann damit uns auf die Poolparty am nächsten Tag gebührend vorzubereiten. Doch wie darf man sich das bei uns vorstellen? Nun ja, erst mal war es wichtig sich sämtlicher Klamotten zu entledigen. Am Pool trägt man ja schließlich, wenn überhaupt, auch nur eine Badehose. Anschließend musste natürlich Schnaps vernichtet werden, denn wir gehen ja auf eine Party, da gehört sich das so. Und abschließend kam es zu mehr oder weniger unschönen Rangeleien auf dem Sofa (modernes Moshpit-Training). Die Videos davon bleiben allerdings unter Verschluss.

Da die Show am nächsten Tag erst abends losging, wollten wir Markus noch ein bisschen was von der Stadt zeigen und einen kurzen Abstecher zum Strand machen. Konnte ja niemand damit rechnen, dass Kasten offensichtlich daheim nicht aufgegessen hatte und nach einstündiger Fahrt zum Strand das Wetter zum Unwetter mutierte. Da ist es nur gerecht, dass unser lieber Freund eine kleine Schlitterpartie durch erst kürzlich erbrochenem Mageninhalt machte und dabei irgendwie unglücklich aussah.

Kurzfassung Tag 1: Für lange Klamotten ist Lissabon definitiv zu warm, über steile Straßen beschweren, obwohl man keinen Koffer hat ist out aber süß, Schnaps bringt nur das Beste im Menschen zum Vorschein, unser Urlaubsteam ist endlich komplett. Ich liebe Markus Kasten.

 Kurzfassung Tag 2: Leute die ihr Essen nicht aufessen, ruinieren das Wetter und damit den Urlaub, Leute die ihr Essen aufessen, sich dessen dann aber wieder entledigen, ruinieren ebenfalls Leuten den Urlaub, Leute, die Kotze im Flip Flop haben, sind weniger entspannt, als Leute, die das nicht haben. Ich liebe dich trotzdem Markus Kasten.

Tag 1

Nachdem unser Jauchekollege anschließend seine Füße gereinigt hatte und wir uns noch eine schöne Mische für den Weg präpariert haben, war es auch soweit den Weg zur Location anzutreten. Aus 10 km Luftlinie wurden dann jedoch 40 km tatsächliche Strecke und die Idee das mit den Öffentlichen zu bewerkstelligen wurde zusehends negativer aufgefasst. Da ich aber sowieso ein scheiss reicher Bengel bin (Schwabe, was los?) war es mir auch egal, dass wir auf ein Taxi umgestiegen sind. Ich hab die Kohle ja. Außerdem kann man da gemütlicher sitzen, quatschen und vor allem trinken. Nachdem wir bei der Fahrt ins Nirgendwo schon Angst hatten, dass wir gleich von einer bösen Touriabzockercrew irgendwo am Straßenrand ausgeraubt werden, hat der gute Dude uns dann doch auch ohne weitere Zwischenfälle direkt an die Location gebracht. Also alles richtig gemacht.

In der Location angekommen, schauten wir uns erst mal ein bisschen um. Ich muss schon sagen, für mich war es ein anderes Gefühl, als wenn ich in Deutschland irgendwo auf eine Show geh. Denn ihr kennt das ja. Man kommt rein und trifft erst mal zig Leute, denen man Hallo sagen muss usw. Hier kannten wir allerdings erst mal niemand, was aber auch nicht weiter schlimm war, da die Location einladend wirkte und die Stimmung auch gepasst hat. Nach dem Abchecken der Bar, traf man dann doch auf ein paar bekannte Gesichter, schüttelte Hände und fühlte sich einfach wohl. Auch wenn ich mit Markus grundsätzlich nie einer Meinung bin (beispielsweise: Ich mehr so Emma Stone, er mehr so Emma Watson), hat er hier recht und alles schon richtig beschrieben. Und so quatschten, tranken und verpassten wir leider die erste Band. War halt aber auch schwer mit Bier in der Hand und aufs Meer schauend sich für einen heißen und verschwitzten Raum zu entscheiden, wenn man sich doch grade so super unterhalten hat. Sorry an Linebacker an dieser Stelle.

Was das Treiben der Bands prinzipiell angeht, muss ich hier auch gar nicht mehr viel schreiben, da es sich sonst wahrscheinlich zum Großteil mit Markus‘ Aussagen decken würde und euch dann eh nur langweilt. Und so kann ich auch nur sagen, dass ich Bun Dem Out definitiv schon stärker gesehen habe. Auch für mich leider kein Vergleich zur Show auf dem RTS dieses Jahr. Trotzdem haben wir uns das Set gegeben und brauchten danach aufgrund der wirklich unangenehmen Temperaturen neue Drinks. Ist ja auch logisch, wa? Wenn Shows in Deutschland schon heiß sind, dann sind sie in einem Land, in dem es eh schon heiß ist noch heißer. Simple Mathematik. Also wieder zurück an die Bar und Nachschub geordert. Und von nun an hat sich das Spiel wiederholt. Trinken, quatschen, den Abend genießen. Und natürlich auch die nächste Band wieder verpasst. Sorry an Steal Your Crown.

Da es auch bei mir schon länger her war, dass ich Knuckledust das letzte Mal gesehen hatte und sowieso alle potentiellen Gesprächspartner nach drinnen abgehauen sind, hab auch ich mir einen sicheren Spot am Bühnenrand gesucht und mir die Show angeschaut. Und wir wurden nicht enttäuscht. Gutes Set, gute Stimmung, kein Stress, keine Fights. So sollte eine Hardcore-Show aussehen. Ganz egal ob in Deutschland, Portugal oder Tibet. Im Prinzip war alles gut und wir zufrieden.

Doch ein Problem gab es da ja doch noch. Und zwar ein 40 km langes Problem. Taxi wäre möglich, aber auf Dauer dann doch eine teure Lösung. Außerdem waren wir zu fünft und ein größeres Taxi für fünf Leute zu finden, ist nicht gerade einfach. Vor allem nicht in Alcochete, was eher so den Anschein gemacht hat, als wäre da abends jetzt nicht so die riesen Party am Start. Glücklicherweise hingen auf der Show aus irgendeinem Grund irgendwelche Leute aus Leipzig und Dresden ab. Kurz geschnackt, wieder die üblichen Handshakes, Wangenküsschen und Tanzeinlagen abgezogen und es war klar, dass wir mit in die City fahren können. Schnell wurde jedoch auch klar, dass es zwar ein Neunsitzer war, wir jedoch keinen dieser Sitze vom nahen betrachten durften. In den Kofferraum gesperrt hat man uns. Wie Vieh behandelt. Nein, eigentlich übertreibe ich. Wir waren froh mitfahren zu können und betrunken zu acht oder so im Kofferraum war auch eine schöne Erfahrung. Hat auch nicht lang gedauert, bis die ersten Klamotten wieder ihren Weg vom Körper weg gefunden haben, Schuhe rumgeflogen sind und mehr oder weniger betrunkene Menschen ordentlich Gaudi im Kofferraum gemacht haben. Eine zweite Heimfahrt dieser Art brauch ich allerdings nicht mehr, war mir danach doch leicht schlecht von dem ganzen Rumgeeier.

In Lissabon angekommen, sind wir dann noch ein bisschen durch das Ausgehviertel gelatscht und dachten es wäre eine gute Idee irgendwo noch was zu trinken. Ein jedoch leicht zerstörter und sehr nervtötender M.K. machte diesen Plan zur Nichte und so blieb uns nur der Weg zu unserer Wohnung übrig. Dort angekommen sind glaub ich auch alle ziemlich tot ins Bett gefallen. Zumindest ich. Keine Ahnung was der Rest noch gemacht hat.

Tag 2

Neuer Tag, neues Glück. Und so begann die Poolparty schon um 14 Uhr und wie man das von einer Poolparty erwartet, war der Pool dann auch tatsächlich offen. Nach endloser Diskussion wie, wann und wo wir nun losgehen, schafften wir es doch wieder ins Taxi und zur Location.

Was wir nun erblickten, ließ unsere sonst so „rambomäßig“ eiskalten Herzen höher schlagen: einladender Pool mit Liege(kunst)wiese, jede Menge Action im Wasser, fette Mucke und Bier direkt am Pool. „Läuft“ dachte ich mir und so suchten wir uns ein schönes Plätzchen zum Abhängen und sorgten für die ersten Drinks. Anschließend wurde wie Markus das schon richtig erzählt hat, abgehangen, gesprungen, getaucht und was man sonst noch so für Scheisse an einem Pool machen kann, gemacht. Natürlich gab es auch Gummipuppen und viel zu enge Schwimmringe, die den ein oder anderen beim Versuch des Durchspringens im Nachhinein in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht haben. Gar nicht mal so leicht so einen festsitzenden Schwimmring von der Plauze wieder runterzubekommen. An sich könnte ich hier noch saumäßig viel schreiben, was da alles für lustige Aktionen in und am Pool stattgefunden haben, aber wer weiß ob ihr euch das dann auch so vorstellen könnt, wie es war. Für Interessierte gibt’s aber auch ein Video bei Youtube, was am Ende verlinkt ist! Wichtig für das weitere Geschehen wäre vielleicht noch zu erwähnen, dass Markus in relativ wenig Zeit, relativ viel Schnaps getrunken hat. Der Rest von uns war ein bisschen gezügelter unterwegs, was auch durchaus noch wichtig wird. Nachdem die Poolarea also geschlossen wurde, begannen die Bands.

Da man vom Trinken aber bekanntlich Hunger bekommt, musste was zum Beißen her und so hab ich mich mit Simon und Ronja trotz Showbeginn auf die Suche nach etwas vegetarischem zum Essen gemacht. Ich sag euch gleich: an Küstenstädten, wo es zu 99% Meeresfrüchte gibt, ist das verdammt schwierig und so sind wir erstmal locker eine halbe Stunde durch Alcochete getrottet. Irgendwann fanden wir dann doch eine Pizzeria und haben uns dort was gegönnt. Ich glaub das war meine teuerste Pizza überhaupt, sogar teurer als mitten in Lissabon am zentralsten Platz! War in dem Moment aber egal (wie gesagt ich bin ja eh steinreich) und als wir das Ganze noch mit einer Flasche Lambrusco heruntergespült hatten, sah die Welt gleich wieder besser aus. Also zahlen und zurück zur Location. Die ersten zwei Bands hatten wir durch unseren Ausflug leider verpasst. Und einen dicken Anschiss vom dick betrunkenen Markus gab es auch noch obendrein. Er hatte sich ja schon so Sorgen gemacht, bla bla bla. Mittlerweile merkte man ihm seinen beachtlichen Alkoholkonsum doch stark an und so wurde der Rüpel richtig ungehobelt.

Ein Glück begannen Nasty nun mit ihrem Set und wir bahnten uns den Weg zur Bühne. Schön aus sicherer Entfernung beobachteten wir ehrlich gesagt weniger die Band als viel mehr Markus, der in seinem angesoffenen Zustand eine schöne Figur vor der Bühne machte und super die deutsche Saufproletenmentalität heraushängen lies. Ich bin mir nicht sicher, ob das übrige Publikum auch so angetan von ihm war, wie ich das immer bin. Überflüssig zu erwähnen, dass Nasty wieder einen top Auftritt hingelegt haben und super tight ihr Set durchgezogen haben. Den Leuten hat es glaub auch gefallen. Auch der liebe Markus sah danach glücklich, aber auch schon leicht lädiert aus. Ich hielt es daher auch für sinnvoll, dass er mal was essen ging.

Leider verpasste ich We Ride. Ich weiß nicht mal mehr warum. Schade war es aber, da ich sie doch in sehr guter Erinnerung von ihrem Auftritt beim RTS vor 2 Jahren hatte, und female fronted Hardcore bekommt man ja auch nicht alle Tage geboten. Regt mich im Nachhinein immer noch auf.

Weiter ging es dann mit den Lokalmatadoren von For The Glory. Auch hier überflüssig zu sagen, dass es hier richtig abging. Stimmung war bombastisch und die Leute haben das komplette Set abgefeiert. Was ich mich allerdings frage ist, wie zur Hölle kann man als Frontmann in dieser Umgebung, in diesem Raum und die komplette Show über einen Windbreaker tragen? Mich wundert es immer noch, dass der gute Kollege nicht nach der Show in ein Sauerstoffzelt musste. Ich wäre definitiv gestorben. Aber vielleicht liegt das auch einfach daran, dass ich nur n dummer Touri bin und er die Temperaturen gewöhnt ist. Naja egal. Die Show war top!

Als krönenden Abschluss gaben sich No Turning Back die Ehre. Ich glaube ich habe die Band einfach noch nie schlecht erlebt. Jeder Auftritt, den ich bisher gesehen habe war top. Und so wurden wir auch diesem Mal nicht enttäuscht. Von Minute eins an ging die Post ab und es wurde gestagedived ohne Ende. Da ich die Band in letzter Zeit aber schon oft gesehen hatte und der Uhrzeiger sich langsam auch gen 12 Uhr nährte, was gleichbedeutend mit meinem Geburtstag war, wollte ich nochmal raus gehen und bisschen was zu Trinken besorgen. Normalerweise bin ich ja recht sozial und so und passe auf meine Mitmenschen auch ganz gut auf. Dieses Mal allerdings dachte ich, den Markus wird man in einem Konzertraum auch mal zehn Minuten alleine lassen können. Da sind ja schließlich auch noch andere Menschen. Natürlich war das wie so oft in meinem noch so unverbrauchten Leben eine Fehlannahme und so kam mir im Innenhof ein großer Mob an Menschen entgegen, der einen weiteren Menschen jesusähnlich umringte. Schnell wurde mir klar: „Mensch den kennste doch. Mit dem biste doch sogar hier. Dat is doch der Markus.“ Ich bahnte mir also meinen Weg zu ihm und versuchte mit den anderen unserer Gruppe etwas Abstand zwischen ihn und all die anderen zu bringen. Glücklicherweise war er zu dem Zeitpunkt auch schon wieder wach und wir konnten uns dann recht schnell in die Hotellobby zurückziehen und auf Sofas eine Runde ausruhen und unseren Sprössling versorgen. Danke nochmal an alle Hilfsbereiten, die sich gleich gekümmert haben!

Leider war das dann nicht so ganz der Geburtstag, wie ich ihn mir vorgestellt hatte, allerdings konnten wir anderen ja trotzdem noch bisschen was trinken, was wir dann auch taten. Und so ging die Show dem Ende entgegen, man verabschiedete noch alle neuen und alten Freunde und wie es die portugiesische Gastfreundschaft will, wurden wir noch von einer fremden Person heimgefahren. Super cool! Wie der ganze Urlaub. Hat sich definitiv gelohnt und jeder der irgendwie die Möglichkeit hat, die Poolparty nächstes Jahr zu besuchen, sollte das auch machen. Ihr werdet es nicht bereuen!

Abschließend bleibt nur noch die Frage: Emma Watson oder Emma Stone?

Moritz Kappler

Für weitere Informationen checkt:

http://facebook.com/europeanxcorepoolparty

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