Giver – Where The Cycle Breaks Review

Ziemlich genau drei Jahre ist es nun her, dass mein Review zu Giver‘s 7″ “Mother Midnight” (Link) auf dem Blog erschienen ist.

Verdammt viel ist in dieser Zeit passiert: Ich habe zwei mal den Job gewechselt und bin drei mal umgezogen, Donald Trump wurde Präsident von Amerika und der globale Terror klopft nun immer öfter bei der vermeintlichen Festung Europa an. Soweit, so bekannt oder uninteressant.

Giver
Giver

Während diesem alltäglichen Wahnsinn haben Giver scheinbar trotz allem noch genügend Zeit (und vor allem Bock) gefunden, um eine Debut 12″ zusammenzubasteln, welche auf den Namen “Where The Cycle Breaks” hört. Elf Songs, weit über 30 Minuten Spielzeit und eine doppelte Beteiligung von PowerTrip und Holy Roar Records versprechen Qualität, als auch Quantität bei diesem Output. 

Aber von vorne: Gegen Ende 2017 veröffentlichen Giver kurze Videos auf ihrer Facebook-Page und kündigen ihre kommende Platte an, die Labels werden ebenfalls bekannt gegeben und spätestens nach dem zweiten Teaser-Clip wurde “Where The Cycle Breaks” die für mich heißeste Platte für das kommende Frühjahr 2018. Anfang Januar waren bereits einige Videoauskopplungen erschienen und am 26.01.2018 gipfelte der gesamte Spaß in einer ausverkauften Release-Show zusammen mit SOP (welche übrigens auch die großartige Platte “Blurred Vision” auf Backbite Records rausgebracht haben!) im AZ Köln.

Where The Cycle Breaks” ist mächtig, nichts für nebenher und brauchte bei mir mehrere Anläufe, damit ich wirklich reinfinden konnte. Ein Phänomen, was ich auch so mit der “Songs To Scream At The Sun” von Have Heart erlebt habe und nicht der letzte Vergleich mit besagter Band bleiben wird.

Shock Of The Fall” eröffnet die Platte und obwohl der Song schon als Video bekannt  war, hat sich dieser für mich erst nach mehreren Durchgängen erschlossen und sich mittlerweile zu meinem Lieblingstrack der Platte gemausert. Die “every empire on this earth has fallen“- und “I’m bailing out“-Parts holen mich so irre ab, dass der Song alleine meine Euphorie für die Platte legitimiert. Einzig das Ende ist mir dann doch einen Tacken zu sehr an den “Bostons” “so I could be the boy you couldn’t be”-Part der genannten Have Heart Platte angelehnt.

Generell wirkt der Sound von Giver im Jahre 2018 nicht mehr ganz so verspielt und ungezwungen wie noch auf der “Mother Midnight“. Jugendlicher Forschungsdrang ist mittlerweile richtig hohem Niveau gewichen und auch wenn ein wenig des Charms der 7” dem Debut hier und da nicht geschadet hätte, ist es doch ein Hörgenuss eine Platte einer lokalen Band auf einem derartigen Level zu hören.

Stilistisch pendelt sich das alles irgendwo zwischen neuerer Comeback Kid, alter Modern Life Is War, VerseHave Heart, More Than Life, Carpathian und Konsorten ein und doch transportiert das Release weiterhin eine ganz eigene Melancholie bei dichter Atmosphäre.

Giver verstehen es hier sehr gut auf sehr eingängige und schöne Gitarrenläufe Vocal-Chöre zu legen, die im Ohr bleiben und den Songs Dichte verleihen (wie z.B. auf “Made It Home“). Wer auf Singalongs/Backings steht, kommt hier voll auf seine Kosten, Giver packen von diesem Stilelement teilweise in einem Song mehr rein, als andere Bands im gesamten Album.

Mit “What You Don’t Love” kommt der wohl beste Part der Platte, welcher auch schon aus den Teaser-Videos bekannt war. Ähnlich wie “Shock Of The Fall” würde mir das auch schon reichen, um die Platte in den Himmel zu loben. Unglaublich stark und sehr eigenständig.

Ansonsten bleibt der Rest des Releases auf einem konstanten Level, ohne groß nach unten oder nach oben auszubrechen. Das wäre wohl auch der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen könnte: für meinen Geschmack hätte das alles etwas kompakter sein können und vielleicht dafür mit mehr Highlights wie z.B. genanntes “What You Don’t Love“. Ich bin allerdings zugegeben sowieso ein größerer Freund von kompakten EP’s als von so langen Full-Lengths.

Live klappt das alles übrigens auch überraschend gut, die Show im AZ Köln war ein Paradebeispiel dass lokale Shows ohne große US-Bands doch noch funktionieren und friedlich ablaufen können. Auch die Videos sind durchweg hochwertig produziert und stechen aus dem aktuellen Video-Einheitsbrei positiv heraus.

Checkt die Platte auf Spotify oder anderen Plattformen, greift eine LP ab und checkt die Band live. Wahrscheinlich der nächste große Wurf auf dem Hardcore-Kartoffelacker.

Giver - Where The Cycle Breaks Cover

Trackliste

01. Shock Of The Fall
02. The Other
03. Made It Home
04. No World To Come
05. Dancing With The Devils
06. What You Don’t Love
07. Heart Of Dark
08. Pills
09. The Terror Of Perfection
10. Weightless
11. When The Fire Dies

Für weitere Infos checkt & Stream:

http://www.facebook.com/giverhc

http://www.facebook.com/holyroarrecords

http://www.facebook.com/PowertripRecords