Hangin’ Tough / Statement X – Split Review

Gaffels Fassbrause trifft auf Vitamalz und Nike Air Force One auf Doc Martens: Hangin‘ Tough aus Köln und Statement X aus Hannover haben eine Split am Start. Zwei deutsche Bands, die bereits in der Vergangenheit durch ihren eigensinnigen Stil und ihr provokantes Image auf sich aufmerksam gemacht haben beweisen in knapp 12 Minuten dass Straight Edge auch 2015 nicht tot zu kriegen ist.

Hangin' Tough

Die erste Seite der 7“ gehört Hangin‘ Tough aus Köllefornia und die vier Jungs führen die Entwicklung ihrer Stils von der Demo über die erste EP bis hin zur Split ohne Kompromisse fort. Auch wenn das Sneaker-Game als Leitmotiv in den Lyrics nicht mehr omnipräsent ist, dürfen kleine Anspielungen wie im ersten Song „Stampede“ natürlich nicht fehlen. „Stampede“ macht seinem Namen alle Ehre und stampft mit altbekannten Groove voran und schließt durch die wieder einmal gelungene Produktion von Manuel Parabol Audio nahtlos an das Vorgängerwerk an. Die Ähnlichkeiten zum Sound der frühen 90er von Bands wie Floorpunch, Shelter oder Judge sind deutlich zu erkennen, aber in einem gegenwärtigen Gewand. „Nuff Said“ betont wieder die punkigen Ecken des HT-Sounds und ballert die kurze Message in unter einer Minute durch die Speaker. Der dritte und letzte Song der ersten Seite fasst die Entwicklung der HT-Crew dann noch mal zusammen: Seit der letzten EP wurde das Wechselspiel zwischen Uptempo und Groove weiter verfeinert und an den eigenen Stil angepasst, wobei die Lyrics deutlich ernster geworden sind und nicht mehr nur die Botten im Schrank, sondern nun auch das „echte“ Leben thematisieren. Weiterentwickelt haben sich auch die Vocals von Jaybeez im Gegensatz zu den bisherigen Releases. Irgendwie tiefer und bissiger, aber irgendwie auch gewöhnungsbedürftiger.

Statement X

Statement X legen auf der zweiten Seite direkt mit einem eingängigen Intro los, das sich auch straight aus den 80ies kommen könnte. Sehr energetischer Punk-Drive mit einem packenden Stampf-Part am Ende. „Crush all Fakes“ lässt dann hören, warum auf der Split keine Seite der anderen gleicht. Viel mehr Punk, viel mehr geballte Straight Edge Attitude. Das Ganze erinnert irgendwie an Youth Crew 2015 und findet in „Foundation of Doubt“, dem zweiten Song der Seite, seinen Höhepunkt. Straight Edge gegen das System verpackt in knapp anderthalb Minuten Hardcore mit Referenzen an Youth of Today und Minor Threat, der durch den Einsatz von abwechselnden Vocals nicht zu monoton klingt. Die Punk-Attitude lässt sich eben auch an der Spielzeit von 7 Minuten für 5 Songs ablesen und manifestiert sich im Rausschmeißer „Last Time“. Hier wird zum einzigen Mal die Zwei-Minuten-Songlänge geknackt, was an dem schleppenden Intro liegen könnte. Bereits wie Hangin‘ Tough auf der ersten Seite, haben sich Statement X seit ihrer Demo mit dem berüchtigten „Bravopunx“-Cover konsequent weiterentwickelt und punkten mit einer hochwertigeren Produktion, sowie einer ernsteren Attitude.

Verpackt wird die 7“ in ein Artwork von Dude of Death im Schwarz-Weiß-Stil mit einigen coolen Grafiken. Dass der KKK-Member, der auf dem Cover plattgewalzt wird K-Swiss trägt, brachte mich schon zum schmunzeln. Releast wird über Street Survival Records – die Preorder ist schon oben! BUST IT!

Hangin' Tough / Statement X - Split CoverTracklist

Side A
01. Stampede
02. Nuff Said
03. What It’s like

Side B
01. Intro
02. Crush All Fakes
03. Foundation Of Doubt
04. On Track
05. Last Time

Für weitere Informationen checkt:

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Statement X Blogspot
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