INCENDIARY – THOUSAND MILE STARE REVIEW

Nachdem ich nun gefühlt schon ewig kein Review mehr geschrieben habe und obwohl mein Namensvetter aus dem schönen Siegerland sich in dieser Disziplin sowieso die Krone schon aufgesetzt hat, juckt es mich doch mal wieder in den Fingern eine neuere Platte selbst zu besprechen.

Incendiary - Thousand Mile Stare Cover
Incendiary – Thousand Mile Stare Cover

Das Wort „neuere“ passt dabei ganz gut, denn die neue Full-Length der Brandstifter, erschienen über Closed Casket Activities, ist mittlerweile auch schon wieder fünf Monate alt. Irgendwie schaff ich es derzeit nicht wirklich aktuell im HC-Game unterwegs zu sein und es rotieren eher Klassiker oder Genre-Fremdes bei mir. Wenn dann aber was hängen bleibt, spricht das immerhin schon mal für sich!

Packen wir also unsere Benzinkanister und Molotowcocktails und hören in „Thousand Mile Stare“ rein. Wer früher schon die Wege mit Incendiary gekreuzt hat, wird sicherlich nicht vergessen haben, dass die Band insbesondere von den mega tighten und einzigartigen Vocals lebt. Jeder Song lässt sich direkt ohne Verwechslungsgefahr den Jungs aus Long Island zuordnen. So auch beim neusten Werk.

Hier trifft Groove, Tempo, Mosh und Spielfreude auf ultra tighte Vocals und eine Art Songs aufzubauen, die zumindest für mich oft ihres Gleichen sucht. Alles scheint perfekt arrangiert worden zu sein und wenn man dafür 100 Stunden an einem Song basteln musste, dann war das wahrscheinlich halt auch einfach so.

Ihr merkt schon, ich bin sichtlich begeistert. Ähnlich war das damals auch schon beim Vorgänger „Cost Of Living“ mit Bangern wie “Zeitgeist” oder “Deed Before Creed“. Im direkten Vergleich würde ich mich jedoch sogar soweit aus dem Fenster lehnen und behaupten auf „Thousand Mile Stare“ wurde das Hitpotential noch weiter nach oben geschraubt und die Songs noch besser und feinfühliger abgestimmt und zumindest ich denk mir jedes Mal aufs Neue: Genau so muss das an der Stelle klingen!

Während andere Bands oft nur ein oder zwei erfolgreiche Rezepte für ihren Musikstil haben, haben Incendiary offensichtlich deutlich mehr und sind daher meiner Meinung nach auch vielseitiger und abwechslungsreicher in ihrem Sound.

Ohne euch nun mit Lobpreisungen langweilen zu wollen und hoffentlich auch ohne, dass ich mich nun in endlosen Wiederholungen wiederfinde, möchte ich euch nun ein paar Beispiele geben.

Beginnen wir also beim Opener “Still Burning“. Der Song springt einen mit aller Macht direkt ins Gesicht, ähnlich wie ein Raubtier, dass tagelang gehungert hat. In der zweiten Hälfte wird das Tempo dann allerdings etwas heruntergefahren und mit eher gerappten Vocals und einem mörderischen Break in ein explosives Ende übergeleitet. Ich zünd meine Bude an!

Der angesprochene Mix aus Tempo, harten Breaks, teilweise auch sehr verspielten Gitarren und abwechslungsreichen Vocals gilt dann auch durchgehend für die folgenden Songs wie beispielsweise “Hanging From The Family Tree“, bei dem mir die Gitarren besonders gut gefallen, oder das vor Spannung fast platzende “Front Toward Enemy“.

Es fällt auch nach mehrmaligem Hören tatsächlich schwer mich hier nur auf ein paar einzelne Songs als Anspieltipps zu reduzieren, da gefühlt jeder seine Daseinsberechtigung hat und irgendwie einzigartig klingt, ohne dabei aufgesetzt zu wirken oder nicht zur gesamten Platte zu passen. Das ist doch verhext.

Ans Herz legen würde ich Skeptikern, sofern es noch welche geben sollte, aber auf den Fall noch “Purity“. Der Song beinhaltet eigentlich alles was typisch für Incendiary ist und fasst das Klangbild der Band ziemlich gut zusammen.

Fast schon wieder überflüssig zu erwähnen, dass auch die Produktion on point ist und mir mit meinen neuen KRK Boxen wirklich ziemlich Spaß macht. Was soll ich also noch weiter sagen? Wahrscheinlich denkt der ein oder andere jetzt schon, dass mich die Band dafür bezahlt, dass ich Werbung für sie mache. Aber Qualität spricht hier eben einfach für sich und gute Musik gepaart mit interessanten, ansprechenden Lyrics setzt sich eben durch. Auschecken Pflicht!

Trackliste

01. Still Burning
02. Hanging From The Family Tree
03. Front Toward Enemy
04. Awakening
05. The Product Is You
06. No Purity
07. Hard Truths Cut Both Ways
08. Sell Your Cause
09. Fact Or Fiction
10. Poison

Für weitere Informationen checkt:

www.facebook.com/IncendiaryHC

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