Life Trap – Demo

LIFE TRAP sind eine brandneue Kapelle aus dem beschaulichen Utrecht in den Niederlanden. Da drei von den vier Jungs früher bei den grandiosen STATE OF MIND mit an Bord waren, bin ich mit einer gewissen Erwartungshaltung an die quasi-Nachfolgerband herangegangen. Für mich persönlich waren STATE OF MIND eine der eigenständigsten und unterbewertetsten Euro-Bands der letzten Jahre und deswegen freue ich mich riesig, dass es nach dem Break Up jetzt neuen Output in einer anderen Konstellation gibt.

Statt mit einer pompösen mundgeblasenen Full-Length LP in 8 verschiedenen Farben auf Label XY loszulegen, starten LIFE TRAP, wie es sich für eine traditionelle Band gehört, ganz bescheiden mit einer Demo, die für umme auf Bandcamp gesaugt werden kann, und zusätzlich via Hashtag Hardcore als Tape erhältlich ist. Geboten wird schnörkelloser & überwiegend im Midtempobereich angesiedelter Hardcore, der zwar irgendwie unspektakulär, aber dafür absolut auf den Punkt und routiniert gezockt ist. Das klingt dann auch eher nach Mitte 90er und weniger metallisch & druckvoll, als das, was der Großteil der aktuell gefeierten Genrekollegen so macht. Aber gerade das macht die Band für mich authentisch und spannend. Die Demo hat inkl. Intro/Outro insgesamt 7 Songs zu bieten und ist eher spartanisch produziert. Da die Jungs spielerisch absolut fit und on point sind, stört der eher rudimentäre und sehr rotzige Sound aber überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil! Das verleiht dem Release diesen gewissen, durchaus sympathischen Proberaumcharme, der vielen latent überproduzierten Veröffentlichungen heutzutage oft etwas verloren geht. Das Ganze wirkt also schon mal nicht steril und hat mehr als genug Ecken und Kanten. Hier können sich einige Bands auf jeden Fall eine Scheibe abschneiden. Trotzdem sind die Niederländer zum Glück keine dieser übermotivierten Truppen, die in grenzenloser Euphorie einen Iphone-Mitschnitt auf Bandcamp laden und sich dabei zwangsläufig anhören, wie ein paar Halbstarke, die besoffen mit den Instrumenten die Treppe runterfallen.

Bei aller Freude, die ich am schnörkellosen Songwriting habe, muss ich zugeben, dass der musikalische rote Faden relativ straight gesponnen ist. Also abwechslungsreich ist das Ganze nicht unbedingt. Aber es ist halt auch immer noch Hardcore und keine neue Tool Platte. Für einen zukünftigen Longplayer sollten die Jungs sicherlich noch etwas an der Dynamik schrauben. Die Songs sind allesamt um die zwei Minuten lang und so arrangiert, wie man so einen Harcoresong halt arrangiert. Dadurch wirkt alles wie aus einem Guss, ist aber hier und da auch etwas vorhersehbar. Insbesondere bei Songs wie „All The Same“ geht die Formel dann letztlich aber eben voll auf & die dezenten Melodien erinnern stark an STATE OF MIND’s „Mental Gold“ Platte. Insgesamt klingen LIFE TRAP dabei noch eine ganze Ecke härter, lassen die ein oder andere NYHC-Anleihe durchschimmern und erinnern mich dabei z.B. an die Landsleute von CORNERED. Hier und da musste ich sogar an die großartigen SHATTERED denken, die damals auf Filled With Hate Records eine extrem starke EP (aber leider nie mehr) rausgebracht haben.
Ich kann nur hoffen, dass LIFE TRAP im Jahr 2015 für mehr Leute interessant sind, als es STATE OF MIND damals waren. Die Zeichen stehen ganz gut. Zumindest hab ich das Gefühl, dass die Kids heute wieder ein anderes Hardcore-Weltbild haben, was sich z.B. auch durch den absolut gerechtfertigten Erfolg von Bands wie WORLD EATER zeigt, die ohne Schnickschnack Hardcore-Punk spielen und genau dafür, und nicht für ein inszeniertes Image, gefeiert werden. Die LIFE TRAP Demo macht jedenfalls nicht viel verkehrt. Also fürs erste einfach mal 15 Minuten investieren, reinhören, die Songs saugen, den Jungs ein Like auf Facebook dalassen und das Tape abgreifen, wenn’s euch gefällt!

Life Trap - Demo MMXV CoverTracklist

01. Untitled
02. Life Enrage
03. 2 3 Break
04. Vicious Cycle
05. All The Same
06. Collapse
07. Endtro

Moritz Rink

Für weitere Informationen checkt:

http://www.facebook.com/lifetraphardcore

http://lifetraphardcore.bandcamp.com

http://hashtaghardcore.bigcartel.com

2 Comments

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.