MAD AT THE WORLD – Destruction Progress

Ich will mich nicht schon direkt im ersten Satz in Phrasen verlieren, aber ich denke bei all meiner Begeisterung geht das klar: selten hat ein Bandname so gut zur Musik gepasst, wie bei den Parisern von MAD AT THE WORLD.

Der Name schwirrte schon öfters mal auf Facebook an mir vorbei, jedoch hatte ich nie die Muse oder die Zeit, mich mit dem zu befassen, was sich dahinter versteckte. Ein großer Fehler, verschenkte ich doch so einige Wochen Hörgenuss.

Mad At The World

Die Demo „Destruction Progress“ ist umsonst auf Bandcamp streambar und bietet mit (leider) nur zwei Songs mehr Qualität, als andere Bands mit einem ganzen Album abliefern. Der Sound der Band hat mich mitgerissen. Überdrüssig von den ganzen NO WARNING-Kopien, die 2014 noch immer ihr Unwesen treiben (durch eine Reunion der genannten Band auf dem diesjährigen Ieper werden diese sogar noch ein Stück überflüssiger), war ich sehr empfänglich für ein Stück Abwechslung. Und die bekam ich.

MAD AT THE WORLD bleiben ihren französischen Wurzeln relativ treu, und so findet sich doch eine ordentliche Portion Kickback im Sound wieder, gepaart mit der Härte von Bands wie z.B. Redemption Denied. Bei manchen Breaks könnte man auch glauben, eine 2014er Version von Arkangel zu hören. Unterm Strich würde ich behaupten, MAD AT THE WORLD bringen den düsteren, metallastigen Sound der oben genannten Konsorten mit und verbinden ihn unglaublich gut mit dem Druck und der Härte, die klassische Hardcore-Elemente bieten. Großer Pluspunkt gegenüber Kickback ist jedoch, dass die Stimme von Sänger Benoit deutlich mehr Variation liefert und so zu keinem Moment nervig oder unpassend wirkt. Hier wird geschrien, geknurrt und der Wut auf die Welt ordentlich Luft gemacht. Sagte ich bereits, dass ich begeistert bin?

Textlich verschwindet die Variation ein bisschen, wenn man bei zwei Songs überhaupt davon reden darf, allerdings bleibt es durchaus passend zur musikalischen Untermalung. Der Bandname ist Programm und so wird in etwas mehr als 7 Minuten gegen die ganze Welt gehetzt und vor allem die persönliche Machtlosigkeit des Einzelnen deutlich gemacht. Jeder aufgeschlossene Mensch sieht, wie sehr die Welt gerade vor die Hunde geht – und doch findet keiner den Ausweg. Kommt dir bekannt vor? Mir auch.

Es stehen in Zukunft diverse Shows in Belgien an, von daher sollte jeder, der die Chance hat, versuchen diese Band mitzunehmen. Hier könnte das nächste ganz große Ding am Start sein, vorausgesetzt die Hardcore-Welt hat noch Platz am Horizont für so eine Musik, neben all den Backtracks, Expires, und was es sonst noch so alles im Moment gibt.

MATW

Tracklist:
1. Time Heals Nothing
2. Reality Is A Nightmare


Markus Kasten

Für weitere Informationen checkt:

http://facebook.com/MADATHEWORLD

http://madattheworld.bandcamp.com

comments