Mind Plague – Abenddämmerung Review

Mind Plague machen mittlerweile knapp ein Jahrzehnt zusammen Musik und kommen aus dem Westerwald. Auch wenn die Jungs es bisher nicht wirklich zu Weltruhm gebracht haben, bringen sie doch einiges an Bühnenerfahrung mit. Das düster-metallische Kollektiv besteht nämlich u.a. aus Mitgliedern von Face Away (RIP), Second Try (RIP), Hessaja und Drowning In Preconception aka DIP. Die Jungs trifft man regelmäßig auf lokalen und überregionalen Hardcoreshows, oder auch mal inmitten von langhaarigen Mitvierzigern vor der Bühne, wenn Bolt Thrower im Land sind. Das ist schon mal sympathisch.

Mind Plague Band

Auf „Abenddämmerung“ entfernen sich Mind Plague noch mehr vom metallischen Hardcore/Crust-Gebräu der Vergangenheit, switchen lyrisch komplett in die Muttersprache und packen die in schwarzem Schweineblut getränkte Todesmetal-Axt aus. Auf dem komplett DIY veröffentlichem, im Nekrowerk Holzhausen eingespieltem Langeisen fällt vor allem die sehr eigenwillige Gitarrenarbeit auf. Hier treffen harte HardcoreMetal-Riffs der Marke Ringworm auf ganz viel Black- und Deathmetal der alten Schule und dezente, bösartige Melodien. Besonders gut gefällt mir das, wenn es wie bei „Inferno“ zwischenzeitlich etwas eingängiger und flotter wird, der Song dann aber mit harten Breaks und einem atmosphärischem Outro endet. „Völkergrab“ schlägt in eine ähnliche Kerbe und wird noch mit ein paar Blast-Passagen angereichert. Die Stimme von Sänger Sascha ist dabei immer sehr präsent, extrem eigenwillig und prägt das Klangbild von Mind Plague enorm. Das werden die einen cool, die anderen weniger cool finden, verleiht der Band aber auf jeden Fall ein Alleinstellungsmerkmal. Mein persönliches Highlight ist der Song „Litosphäre“, der mit psychedelisch anmutenden Gitarren- und Bassläufen, treibenden Drums und einer interessanten Laut/Leise-Dynamik durchsetzt ist. DAS gefällt mir dann wirklich gut! Auch rhythmisch hat die Platte einige durchaus innovative Parts zu bieten, die sich vom typischen MetalMosh Groove entfernen, aber auch dazu führen, dass nicht alle Songs sofort zünden und vielleicht beim durchschnittlichem, kuttetragendem Death Metal Jünger besser ankommen, als bei den Hardcore Kids. Andere Songs plätschern hier und da etwas vor sich hin, das sei der Band aber verziehen.

Unterm Strich haben Mind Plague mit „Abenddämmerung“ sicherlich kein revolutionäres, aber ein wirklich rundes Album abgeliefert, das Fans von 90er Jahre Black/Death-Metal und Bands wie Ringworm oder All Out War gefallen dürfte. Das Werk könnt ihr auf Bandcamp komplett streamen oder auf CD und Vinyl direkt bei der Band bestellen. Den Support haben sich die Westerwälder auf jeden Fall verdient.

Mind Plague - Abenddämmerung CoverTracklist

01. Ende
02. Flut
03. Zerberus
04. Inferno
05. Litosphäre
06. Völkergrab
07. Mimikry
08. Biest
09. Totenstille
10. Anfang

Für weitere Informationen checkt:

http://facebook.com/mindplague
http://www.mindplague.bandcamp.com

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