Never Grown Up – Indigo Review

Never Grown Up sind fünf Jungs aus Geldern, die mittlerweile schon seit 2012 zusammen Musik machen. “Indigo” ist ihr letztes Schaffenswerk und auf CD, als auch Digital erhältlich. Soweit zu den trockenen Fakten. Viel wichtiger ist aber, wie denn die Musik eigentlich klingt, die sich in dem ziemlich schicken CD-Case versteckt.

Never Grown Up

Mit “No Pills” startet die CD kraftvoll und vor allem: schnell und energiereich. Die Produktion geht direkt gut ins Ohr und gefällt durch viel Wums und hat genug Ecken und Kanten um Spaß zu machen. Der Sound an sich wirkt schwer, wird aber schnell und leidenschaftlich vorgetragen, was eine sehr spannende Mischung bildet. Bekannte Stilelemente werden neu zusammengebaut und überraschen mich positiv. Besonders der Gesang gefällt mir sehr und trägt viel zum positiven Gesamtbild bei. Stilistisch würde ich das irgendwie als wilden Mix aus AYS, Trash Talk, Life Long Tragedy und Punk Rock bezeichnen wollen.

Die nächsten Songs führen dieses Bild fort, zeitweise wird mit wirklich enorm viel Tempo nach vorne gegangen, um dann einen etwas schwereren und langsamen Groove-Part oder Singalongs auf Two-Step-Tempo einzustreuen. Der Bass-Sound klingt übrigens auch richtig geil. Die Produktion passt wie Arsch auf Eimer. Die meisten Songs bewegen sich unterhalb von drei Minuten und sind so kurzweilig genug um auch beim wiederholten Hören nicht zu langweilen.

Not Your Home” sticht durch Aufbau und Laufzeit heraus und kommt melodischer als der Rest daher – ballert einen aber halt trotzdem um. Never Grown Up weigern sich, sich an Genreschubladen zu halten und kochen hier genüsslich ihr eigenes Süppchen – und das schmeckt. Die Zutaten sind zwar bekannt und haben sicherlich ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel, aber die Zusammensetzung wirkt einfach frisch.

Besonders live kommt bei den Jungs eine enorme Spielfreude auf und man fühlt sich teilweise tatsächlich an alte AYS-Auftritte aus den 2000er Jahren zurückerinnert, wo diese noch vor 30-50 Leuten in kleinen Jugendzentren stattfanden. Auch hier verzichtet man auf Schubladen und covert einfach mal Beastie Boys oder Rage Against The Machine.

I’m Done” gibt die Halbzeit der EP an und kommt teilweise sogar wie ein Sludge-Song daher und schleppt sich extrem düster durch die erste Songhälfte. Dafür folgt darauf einer der groovigsten Parts der ganzen Scheibe. Wieder einmal: die Mischung ist einfach geil.

Es geht mit “I Cant Quit” und “Lonewolf” dem Ende entgegen. “Lonewolf” entpuppt sich nochmal als Ausreißer der Platte und kommt eher im Gewand von Bands wie Defeater daher. Die Platte wirkt trotz der vielen Zutaten in sich schlüssig und man merkt der Band auf jeden Fall die Jahre an Erfahrung an – das ist kein Demo, das vor sich hinrumpelt, sondern ein wirklich gutes Release für jeden Freund von schnellem, eingängigen Hardcore Punk.

Zusammenfassend: Live eine Freude, Platte geil und abwechslungsreich. Also auschecken und supporten! Anspieltipps sind “No Pills” & “I’m Done“.

TracklistNever Grown Up - Indigo Cover

01. No Pills
02. Rip It Out
03. Not Your Home
04. I’m Done
05. Indigo
06. Taste the Salt
07. I Can’t Quit
08. Lonewolf

Für weitere Informationen checkt:

https://www.facebook.com/nevergrownupband
https://nevergrownup.bandcamp.com