No Zodiac – Eternal Misery

Ein starkes Brennen durchzieht meinen ganzen Körper, die Schlagadern an meinem Hals stechen hervor und der Schweiß tropft von meiner Stirn zu Boden. Mit letzter Kraft setzte ich die Hantel auf dem Boden ab. Kreuzheben mit 170 Kilo, genauso fühlt sich das neue No Zodiac Album „Eternal Misery“ an. No Zodiac standen noch nie für Sonnenschein und gute Laune. Und wer die Band letztes Jahr auf Euro Tour gesehen hat, wusste schon, dass auch mit Connor als neuer Sänger das neue Material alles, nur nicht weicher wird.

Nach einem kurzen Intro feuern die Chicagoer mit „Rise Of Unholy“ gleich alles entgegen, was das Release ausmacht. Härte! Die Hardcoreelemente wurden fast gänzlich durch Metal ersetzt. Das führt dazu, dass No Zodiac eher nach einer harten Death Metal-Band klingen, als wie gewohnt, nach einer reinen „Beatdown-Hardcore“ Band.

„King of Scorn“ steht dem Opener in nichts nach und das Feature mit Eric Unit 731 macht den Track mehr als gelungen. Die gewaltigen Stimmen der beiden Sänger harmonieren wunderbar und bilden eine bitterböse Symbiose. Der Sound und die Atmosphäre des gesamten Albums ist immer noch als No Zodiac erkennbar, aber es klingt einfach alles etwas düsterer, metallischer und verspielter. Durch Connors tiefe, brachiale Stimme entwickelt der Wechsel zwischen schnellen Double Bass und sehr, sehr tiefen und noch langsameren Breaks eine hypnotische Wirkung. „Constant Decay“ hätte es fast zu meinem Lieblingstrack der Platte geschafft, weil er durch seine vorwärts walzenden Death Metal Riffs, in Verbindung mit rohen Moshparts stark an die „Population Control“ erinnert. Leider finde ich das Feature vom The Acacia Strain Sänger Vince Bennett am Ende völlig unpassend. Ich weiß nicht über welchen Filter oder welches Mikrofon Vincents Stimme gelaufen ist, aber sie verdirbt mir fast das Hörvergnügen. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen. Mit den darauf folgenden Tracks ziehen die Chicagoer den Hörer immer tiefer in eine Welt voller Wut und Verachtung für alles, was annähernd etwas mit menschlichen Individuen zu tun hat.

„Eternal Misery“ bildet nochmal einen passenden Abschluss, ehe das Album fast sanft mit einem Outro ausklingt. Hab ich eigentlich schon erwähnt wie hart die ganze Scheibe ist? Was kann man nun Abschließendes zu „Eternal Misery“ sagen? No Zodiac machen das weiter, was sie gut können: Harte Musik. Ob man den Zuwachs an Death Metal-Elementen nun mag, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Breakdowns und die Moshparts sind allerdings teilweise so lächerlich hart, dass die generelle musikalische Veränderung den meisten Fans kaum merklich auffallen wird. Dass sich, nachdem Gerado mit seiner doch markanten Stimme gegangen ist, der Sound verändern würde, war klar. Ich finde No Zodiac haben das gut kompensiert und mit dem Album einen würdigen Nachfolger aufgenommen. Negativ anzurechnen ist den Jungs höchstens der Ausdruck „Brutal Slam Death Metal“ und den dazu passenden Pig-Squeels, die in mir Erinnerungen an eine Zeit hervorrufen, von der ich hoffte, sie wäre schon längst überwunden. Denn solche Trendbegriffe haben No Zodiac überhaupt nicht nötig.

Tracklist

1. Birth Of Destruction
2. Rise Of Unholy
3. King Of Scorn (feat. Eric Schaeffer from Unit 731)
4. Constant Decay (feat. Vincent Bennett from The Acacia Strain)
5. Tormented
6. Immoral Agenda
7. Cesspool Earth
8. Eternal Misery
9. Endless Suffering

Paul Frenzel

Für weitere Informationen checkt:

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http://bdhw.bandcamp.com/album/eternal-misery