Push – Rock Bottom and it’s Basement Review

Dass Hardcore doch ein recht schnelllebiges Genre ist kann man wohl kaum bestreiten. Bands kommen, werden gehyped und verschwinden von der Bildfläche mittlerweile im 2-3 jährigen Rhythmus. Natürlich bestätigen auch hier, wie immer, die Ausnahmen die Regel. Für mich ist es dennoch immer schön einen Anker in dieser hektischen Zeit zu haben.

Etwas Reales, auf das man sich verlassen kann. Etwas was auf einen wartet, wenn man nach einem beschissenen Arbeitstag nach Hause kommt. Etwas, das einem die Tür aufmacht, einem Hallo sagt, die Arme ausstreckt, um dir dann unvermittelt voll ins Gesicht zu schlagen und dich anzuschreien: Ja die Welt ist scheiße, das Leben ist ungerecht und du stirbst.

Push
Push

Lifeless waren für mich eben immer ein solcher Anker, deswegen bin ich wohl nicht der Einzige, der seitdem die Band letztes Jahr ihre Auflösung bekannt gegeben hat, nachts in Embryonalstellung wach im Bett liegt und sich fragt, wie die Selbsttherapie ab jetzt nur weitergehen soll. Ja klar eine 7 inch kommt noch, aber dann? Was dann? Aber wie hat ein weises Facebook Profilbild mal gesagt: Wenn sich vor uns eine Tür schließt, öffnet sich irgendwo eine Andere. Jedes Ende ist der Anfang von etwas Neuem, Alpha und Omega.Wenn das Leben dir eine Zitrone gibt… hör doch einfach mal in Push aus New Jersey rein.

Eine noch relativ junge Band, welche Anfang des Jahres von Mitgliedern von When These Days End und Lifeless gegründet wurde und die vor ein paar Wochen ihr erstes Release „Rock Bottom and it’s Basement“ auf die Welt losgelassen hat. Eine meiner Meinung nach ziemlich fette EP, die mehr als nur ein bisschen Aufmerksamkeit verdient hat. Schon beim ersten Song „Torniquet (Rise)“ treffen Push mit ihrem Jersey angehauchten Heavy Hardcore bei mir voll ins Schwarze. Tiefe Gitarren, wütende Shouts und eine Menge harter Moshparts bestimmen den Sound der Band.

Und wie der Name der EP schon vermuten lässt, dreht es sich in den fünf Liedern nicht um die schönen Seiten des Lebens. Texte über Drogenabhängigkeit, Korruption und menschlichen Verfall runden das Gesamtkonzept der Band gut ab.  An dieser Stelle muss man einfach den Vergleich zu Lifeless ziehen. Aber auch wenn Push hörbar von der “NLFTW” beeinflusst wurden, ist ihr Sound dennoch eigenständig genug, um nicht nur eine Kopie davon zu sein. Auch auf den restlichen Liedern der EP zeigt die Band, dass sie ihr Handwerk beherrscht und pumpen lupenreinen Ami-Mosh durch meine Gehörgänge. Alles nicht neu oder sonderlich innovativ, aber eben überzeugend umgesetzt.

Ich hoffe jedenfalls, dass aus Push mehr wird als die nächste HC-Eintagsfliege und wir bald mehr von ihnen hören können. Zieht euch die EP einfach mal selber auf der Bandcamp-Seite der Jungs rein und für alle, die es genauso bockt wie mich bringt FWH Records bald noch ein physisches Release auf den Markt.

TracklistePush - Rock Bottom And It's Basement Cover

01. Torniquet ( Rise)
02. Spikes
03. Harass and Collect (feat. Jeremy Lifeless)
04. Suffering ( feat. Tommy Garland Greene)
05. My Demons

Für weitere Informationen checkt:

https://www.facebook.com/pushnjhc/

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