European Hardcore Pool Party 2015 Review

Alcochete, Portugal. Ein Ort, welcher nicht zwingend viel zu bieten hat, außer die Nähe zu der Hauptstadt Lissabon. Wäre da nicht die mittlerweile sehr bekannte European Hardcore Pool Party, welche 2015 nun in die vierte Runde gegangen ist. Natürlich waren wir wieder vor Ort und berichten erneut, wie es uns dort ergangen ist.

European Hardcore Pool Party - Poolbereich

Markus POV


So langsam die Zeit vergangen ist, während wir auf diese einmaligen fünf Tage gewartet haben, so schnell ist sie dann auch wieder vorbei gezogen. Die European Hardcore Pool Party, die, wie auch letztes Jahr, in Alcochete stattgefunden hat, war ein Genuss. Ein Genuss vieler bekannter und unbekannter Gesichter, sehr starker Bands, leckerem Essen und noch leckereren Getränken. Die Reisegruppe bestand dieses Jahr aus fast derselben Mannschaft wie im letzten, lediglich Simon wurde durch Max ausgetauscht, was weder der Optik des Teams, noch dem Spaß innerhalb unserer kleinen Bande, Schaden konnte.

Einen Tag vor Festivalstart gings von Brüssel los in Richtung Lissabon. Einzigartige Planung und Flugpläne von Ryanair, die fernab jeglicher Logik funktionieren, führten dazu, dass wir im Durchschnitt 0,5 Stunden die Nacht pennen konnten und absolut tot in Lissabon ankamen. Dann noch ca. 30 Minuten mit dem Taxi weiter Richtung Alcochete, wo unsere Ferienwohnung auf uns wartete.

Leider stellten sich vor Ort zwei gravierende Fehlerwartungen raus. Erstens war es keine Ferienwohnung für uns alleine, sondern wir wurden ins Dachgeschoss von Maria einquartiert, welche ca. Mitte 40 war und ihr Leben mit diversen Eseln, Ziegen und Hühnern teilte. Zweitens waren wir keine Naturkunde-Urlauber Mitte 60, sondern halt wir. Ein Haufen zugehackter, totmüder Typen, die auf ein „Rockkonzert“ in Alcochete gehen. Maria fand uns also erstmal richtig scheiße.

Wirklich besser wurde die Situation nicht, über die Tage sind leider diverse Missgeschicke im Hause Casa Maria passiert, die wir allerdings mehrheitlich rechtzeitig vertuschen konnten. Die große Liebe zwischen uns und der Gastgeberin blieb aber dann doch aus. Macht aber gar nichts, denn am nächsten Tag war es ja endlich so weit: Die Poolparty begann.

Eingedeckt mit Jameson Cola aus dem örtlichen Supermarkt ging es um 14.30 Richtung Hotel Al Foz, welches ca. 20 Minuten Fußweg von unserer Wohnung entfernt lag. Die Flasche hielt etwa 18 Minuten und so kamen wir alle relativ gut gelaunt dort an.

Der Anblick, der sich mir bot, als ich auf das Gelände kam, war wunderbar. Das Hotelgelände war gut gefüllt, das Wetter bodenlos stark und ich fühlte mich sofort zu Hause. Und betrunken. Aber in erster Linie zu Hause. Schnell wurden bekannte Gesichter aus den Häusern Risk It!, World Eater und Co. entdeckt und der erste Sprung in den Pool folgte prompt.

So sehr ich meine Begeisterung auch mit euch weiter teilen würde; hier beginnt meine Erinnerung leider etwas schwammig zu werden. Bilder belegen, dass ich un-be-schreib-lich viel Spaß an diesem Tag hatte und auch viele (wenn nicht sogar alle) Bands gesehen habe – aber detailgetreu dazu etwas erzählen, das können meine Kollegen wohl besser. In diesem Sinne: Mo, übernehmen Sie!

European Hardcore Pool Party - Liveshows

Moritz POV


Dass Markus unbeschreiblich viel Spaß hatte, kann ich zumindest vorerst so stehen lassen. Wenn wir später allerdings einen Blick auf den Abend werfen, sollten wir vielleicht doch nochmal über diesen Punkt reden. Auch darüber, inwiefern sich sein Spaß mit dem der anderen Anwesenden geschnitten hat. Aber dazu später mehr.

Leider verging die Zeit bis zu den Bands fast wie im Flug und auch unsere Geldbeutel leerten sich beträchtlich aufgrund der zahlreichen Whisky-Cola, die wir zu uns nahmen. Es wurde viel geplanscht, gelacht und Konversation mit alten und neuen Freunden betrieben. Gegen Abend wurde es dann allerdings doch kühler, so konnte Max mit seinem Leoparden-Bademantel auf jeden Fall den Pokal für das Outfit des Tages einheimsen. Behalten durfte er ihn allerdings nicht, da unser Freund Markus (der alte Egoist) das Teil recht schnell für sich beansprucht hat. Damit bewaffnet, oben ohne und ohne Schuhe enterte er den Moshpit pünktlich zu unseren Freunden von World Eater. Wobei man hier von entern eigentlich kaum sprechen kann. Sein Blick war mittlerweile auf Halbmast gesunken und außer besoffen dumm rumstehen ging nicht mehr viel. Böse Zungen behaupten ja auch, er wäre der „shirtless macho“ gewesen, über den sich im Nachhinein im Facebook-Event beschwert wurde. Ganz abwegig finde ich das nicht. Und um noch einen drauf zu setzen könnte ich auch locker 3-5 Leute nennen, die kurz davor waren ihm ordentlich eine zu verpassen. Und ich spreche hier nicht von Fremden, sondern guten Freunden. Natürlich hat er auch mein Shirt verloren, dass ich ihm unter der simplen Bedingung “es wieder zurück zu bekommen”, geliehen hatte. Aber das merke ich mir. Am nächsten Tag wurde mir außerdem mitgeteilt, dass es für Außenstehende so aussah, als würde ich mich gleich mit ihm prügeln. Diesen Vorwurf weise ich allerdings ganz eindeutig zurück. Wir haben uns lediglich ein bisschen lieb gehabt. Zumindest glaube ich das.

Wie ihr vielleicht merkt oder euch denken könnt, war ich an diesem Abend ebenfalls ziemlich gut dabei. Daher kann ich euch leider über die Bands gar nicht so viel erzählen. Ich weiß nur, dass mir am nächsten Tag alles weh tat und ich mich zu World Eater und Risk It! seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder richtig sportlich engagiert habe. Alkohol macht’s möglich. In einem Review über eine Show sollte an dieser Stelle sicherlich mehr über Bands bzw. Musik gesagt werden, dass kann ich euch jedoch leider einfach nicht bieten. Es tut mir leid.

Was ich allerdings weiß ist, dass eine Aftershowparty mit Karaoke immer eine gute Idee ist. Und so ging es nach der letzten Band gemeinsam in den Halle des Hotels wo man noch nach Lust und Laune singen konnte. Das hat auch so ziemlichen allen gefallen. Nur einem nicht. Ich bin mir sicher ich muss den Namen gar nicht nennen…aber das Häufchen Elend hatte mittlerweile allen Glanz und Freude verloren und sah aus, als würde es in seinem ganzen Leben noch nie Spaß gehabt haben. Wir jedenfalls hatten in der notdürftig errichteten „Disco“ absolut unseren Spaß. Und auch die anderen Besucher haben alle Hits performt, die man so performen kann. Fabi, Max und ich wurden noch von einer unbekannten Schönheit(?) für einen Punkklassiker angemeldet, die Party wurde jedoch leider schon bevor wir dran waren vom Hotel beendet. Und des um gerade mal 2 Uhr (ok, Markus dachte es wäre halb 7). Das war der einzig negative Punkt am Freitag.

Ziemlich betrunken haben wir uns dann von allen Kollegen verabschiedet und den Heimweg angetreten.

European Hardcore Pool Party - Between The Lines Zine Crew

Fabian POV


Dass wir alle am ersten Festivaltag viel Spaß hatten, haben Markus und Mo ja schon anschaulich beschrieben. Obwohl wir am Samstag mit brummendem Schädel aufgewacht sind und Markus mir, dank geklautem Donut und angebackener Pizza, mein Frühstück bzw. Mittagessen versaut hatte, stand einem weiteren Tag voller Action nichts im Weg.

Wieder machten wir uns gegen Nachmittag auf die Reise zur Location, wo wir uns vornahmen vom Alkohol erstmal die Finger zu lassen. Nachdem mit vielen Anwesenden die Erlebnisse vom Vortag aufgearbeitet wurden, hieß es: Sonne tanken und Spaß im Pool. Stundenlang lagen wir bei bestem Wetter am kühlen Nass und lauschten den akustischen Gitarrenklängen von We Bless This Mess, die uns live unter anderem mit Klassikern wie H2O’s „What Happened?“ unterhielten. Aus dem letzten Jahr wussten wir bereits: Wenn die erste Band anfängt zu spielen, wird der Pool dicht gemacht. So auch dieses Jahr, aber da es bereits kühler wurde, störte das nicht weiter. Zu den Liveauftritten dieses Tages kann ich glücklicherweise mehr sagen als meine Vorredner zu den gestrigen Bands.

Während der Saal bei frühen Bands wie der britischen Dampfwalze Kartel noch recht leer war und die Besucher verhalten das Geschehen beobachteten, ging es dann bei Redemption Denied so richtig los. Ich kann schon mal vorweg nehmen, dass der Auftritt zu meinen persönlichen musikalischen Highlights des Wochenendes zählt. Vor der Bühne war es voll und die Menge wusste sich zu bewegen und dem Frontmann der Band gesanglich auszuhelfen. Richtig stark ging es da ab! Dass es draußen einfach so viele bekannte und neue Menschen gab, mit denen man sich immer wieder in stundenlangen Gesprächen verquatschte, machte es unmöglich, alle Bands anzuschauen. Aber für mich war klar, For the Glory darf ich nicht verpassen! Und so quetschte ich mich mit Mo wieder in den mittlerweile brechend vollen Raum als das Set losging. Die portugiesischen Lokalmatadore rissen erwartungsgemäß die Hütte ab. Es war tatsächlich schwierig jemanden zu finden, der die Texte nicht mitschreien konnte, und das obwohl der Anteil der Einheimischen auf dem Fest gefühlsmäßig ziemlich gering war. Die Band bescherte den Besuchern wirklich die versprochene Party!

Den krönenden Abschluss des ganzen bildete No Turning Back. Was soll ich sagen? Die Truppe hat mich live einfach noch nie enttäuscht und eigentlich ist es überflüssig zu erwähnen, dass der musikalische Abschluss mehr als würdig war. Nach Hause wollte danach niemand so wirklich, um möglichst lange noch etwas vom Flair, der Stimmung und den tollen Gesprächen mitnehmen zu können. Wie am Vortag wurde das ganze gegen 2 Uhr morgens wieder ziemlich abrupt beendet und so machten auch wir uns wieder auf den Weg in die Casa Maria. Diesmal ohne torkeln, aber trotzdem mit einem Grinsen im Gesicht, denn das Wochenende war wirklich super. Und so bleibt mir nur noch zu sagen: See you next year, Portugal. Wir kommen wieder.

European Hardcore Pool Party - We Bless This MessFür weitere Informationen checkt:

http://www.facebook.com/europeanxcorepoolparty

http://europeanhardcorepoolparty.wordpress.com

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