Slope – Helix EP

Na hallo, was ist denn da los? Die erst zwei Jahre alte Hardcore-Combo aus dem Pott haut ihre Debut-EP „Helix“ via Backbite Records raus und beweist schon ab der ersten Note, mit welchen Wassern sie gewaschen sind.

Slope Band 2014

Die fünf Duisburger Jungspunde füllen die Platte mit sechs energiegeladenen Tracks und beweisen bei jedem einzelnen Song, was in ihnen steckt und vor allem welches Potenzial die Truppe mit zwei Shoutern in sich birgt. Was kann man schon von einer noch so jungen Band aus dem HC-Herzen Deutschlands erwarten? Kurze Antwort: Einiges!

Die Platte startet kompromisslos mit einer derartig groovigen Bassline, welche wohl jedem noch so skeptischen Konzertbesucher die Backen aufblasen und den verwöhnten Booty shaken lässt! Gitarre und Schlagzeug dazu, ein paar Wiederholungen, und schon knallt’s! Der auf das Intro folgende Titeltrack lässt nun endgültig jegliche Zweifel am Geschmack der Duisburger verschwinden. Simon schimpft und spuckt mehr Schwefel als der Ätna, und das in einem unverwechselbaren Stil und Tempo, was den Konsumenten wohl schon beim ersten Hören in den Sitz drückt. Doch wer sich die Lyrics durchliest, kann auch nachvollziehen, warum dieser Typ so ausflippt: ehrliche, sehr selbstkritische und vor Wut brennende Auseinandersetzungen mit eigenen Verhaltensweisen und dem eigenem Ich. Vielen Hörern wird er wohl aus der Seele sprechen. („and every morning I awake, I see my face, and the mirror tells me, I am not myself.“)

Die nächsten Tracks machen genau dort weiter, wo der Titelsong aufgehört hat. Schnelle Riffs kombiniert mit knackigen Drums und angepisstem Geschrei, was an vielen Stellen durch Melodie, Groove und anderen Stilmitteln unterstrichen wird. Genau aus diesen Gründen bekommt man so manchen Part schon nach dem ersten Anhören nicht mehr aus dem Kopf, da die Songs in sich geschlossen und oft eingängig und einprägsam sind. Verdammt, wirken diese Jungs erfahren!

Ein kleines, aber feines Highlight birgt der Song „Thorns“ in sich, da dieser von Luna, einer Freundin der Band, gefeaturet wird. Sie meistert ihre Aufgabe so gut, dass man denken könnte, sie macht das tagtäglich und sei etwa selbst Sängerin in einer Band. Genauso angepisst und ungehörig wie die beiden Slope-Sänger keift und schreit sie. Fett Fett!

Auch das von der Freundin des Gitarristen entworfene Cover sticht sofort ins Auge. Farblich – und wohl auch in musikalischer Hinsicht nicht unbewusst im Stile einer Backtrack-Platte gezeichnet – macht die 7inch demnach auch optisch einen guten Eindruck.

Rundum kann man zu dem Schluss kommen, dass die Combo aus dem Pott mit ihrer Debut-Platte absolut zu überzeugen weiß und man mehr als gespannt sein darf, was in Zukunft da noch so kommen mag. Ich hoffe doch vieles. Auch wenn sie natürlich nicht das Rad neu erfunden haben – was sie auch nicht sollen – wissen die Burschen von Slope, wie man aus dem neu aufgekommenen, großen Pool aus Hardcorebands heraussticht, ohne sich jedoch durch zu große Experimentierfreudigkeit oder den offensiven Willen zur Abgrenzung zu verstellen.

Zudem hatte ich das Vergnügen die Truppe auf dem Return To Strength IV in Querfurt zu sehen, wodurch ich auch auf diese aufmerksam wurde. Opener am Freitagnachmittag zu sein ist sicher nicht die dankbarste Aufgabe, wobei das die fünf Energiebündel anscheinend so gar nicht interessierte. Unbeeindruckt und fernab von merklichem Respekt und spürbarer Angst animierten sie schon als erste Band des Festivals einen Teil der Crowd zum munteren Tanz.

Daumen hoch!

Tracklist:Slope Helix

1. Intro/Helix
2. Thorns feat. Luna
3. Washout
4. Mermaid
5. Bark ‘n Bite

Tobias Kallenbach

Für weitere Informationen checkt:

http://facebook.com/slopehc

http://facebook.com/backbiterecords

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