STRAIGHT HATE – Stuck In The East

Stuck In The East ist das Motto und so stört es auch nicht, dass dieses Release nicht mehr ganz aktuell ist. Denn im Osten geht ja alles bekanntlich ein wenig gemächlicher von Statten. Nee! Spaß bei Seite, bitte keine Hassmails schreiben…

Erschienen ist die mir vorliegende 7” über das Label Farewell Records, welches sich gerade im Vinyl-Bereich einen Namen gemacht hat und in der Vergangenheit immer wieder mit wirklich coolen Scheiben zu überzeugen wusste. Ein Blick in den Shop lohnt also auf jeden Fall.

Mit Straight Hate habe ich es mit einer Chemnitzer Band zu tun, von der ich ehrlich gesagt noch nie etwas gehört habe, was also durchaus zu Überraschungen führen könnte. Da mir auch sämtliche Hintergrundinfos zur Band fehlen, ich diese auch online nicht bzw. nur unzureichend finde, beginne ich doch direkt mit der Platte.

Vorneweg: Vom Layout der Platte könnte man auch meinen, der Titel sei nicht „Stuck In The East“, sondern „Stuck In The Past“, was ich jedoch keinesfalls negativ meine. Und so zeigt das Cover bzw. Backcover die Überreste einer alten, heruntergekommen, womöglich ostdeutschen Wohnung und lässt schon mal erahnen, dass hier nicht unbedingt Friede, Freude, Eierkuchen auf dem Programm stehen. Innen drin gibt’s dann noch Lyrics und ein DL-Code ist ebenfalls an Board. Alles super soweit. Sieben Songs haben es auf die Platte geschafft und bei knapp 11 Minuten Spielzeit wird schon deutlich in welche Richtung es hier gehen wird: punkig, schnell, Oldschool-Sound.

Eigentlich will ich ja jetzt nicht ständig auf dem Titel der Platte oder der Herkunft der Band rumeiern, aber irgendwie hatte ich im Vorhinein erwartet, dass die Platte in eine ähnliche Richtung schlägt, wie viele der neueren Beatdown-Combos, für die der Osten Deutschlands nun mal auch bekannt ist. Hate, East, ihr wisst schon. Da die Band offensichtlich aber nicht all zu viel von neueren Entwicklungen oder Trends im HC hält, werde ich von einem Sound überrascht, der mit reichlich Tempo, Punk und Nostalgie angereichert ist. Ergebnis ist das, was viele eher den 80ern zuschreiben würden. Wenig Mosh oder gar Breakdowns, viel Geknüppel und Singalongs. Mir persönlich gefällt die Mischung sehr gut, gerade auch in einer Zeit wo dieser Sound doch eher im Hintergrund steht und sich Bands eher in anderen Richtungen bewegen. Wer also mal wieder was klassisches möchte und sich gerne mit den Wurzeln des Hardcore auseinandersetzt oder generell eher die Youth-Crew-Schiene fährt, dürfte hier richtig sein. Erinnert fühle ich mich neben den Großen der Szene beispielsweise an Bands wie The Physical Challenge und Konsorten.

Als Anspieltipps würde ich spontan „Suffocation“ und „81“ nennen. Letzteres befasst sich mit der HC-Szene und beschreibt dabei einiges, was ich auch so unterschreiben würde, während „Suffocation“ vor allem vom Sound her richtig hart daher kommt. Gefällt mir. Auch die Produktion ist absolut in Ordnung und glücklicherweise nicht zu überproduziert, was sehr gut zum Konzept der Schreibe passt. Alles in allem geht mir die Mukke also super gut rein und so empfehle ich die 7” allen Freunden von ganz klassichem Hardcore.

Tracklist:
1. The Path
2. Deep Breath
3. Stuck In The East
4. Nothing Left
5. 81
6. Same As Before
7. Suffocation

Moritz Kappler

Für weitere Informationen checkt:
http://facebook.com/straighthatehc
farewellrecords.blogspot.de

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