The Real Deal – Demo 2014

Zugegeben, ich habe The Real Deal aus Cleveland erst mal gekonnt mit Real Deal aus Tours in Frankreich verwechselt. Liegen halt auch nur schmale 6.000 Kilometer dazwischen, also kann das schon mal passieren, wenn die Namen fast identisch sind und die Ami-Band ihre erste Demo auf einem französischen Label veröffentlicht hat.

Straight and Alert Records aus Nantes haben den Newcomern nämlich direkt mal eine 200er Auflage auf Tape spendiert. Aber hat sich das auch gelohnt?

Natürlich erwartet man bei einer Band aus Cleveland den typischen Cleveland-Sound, auch wenn dieser eher schlecht als recht einzugrenzen ist. Der kleinste gemeinsame Nenner in der Ecke ist wohl ein ausgeprägtes Gefühl für Groove bei gleichzeitiger Härte.

Und der erste Song „Proven“ fängt zunächst mal ganz anders an. Nach der Eröffnung mit einem Mid-Tempo-Part, bei dem ein zackiger Basslauf im Mittelpunkt steht, wird die Geschwindigkeit erstmal gedrosselt, um die Referenzen in der lokalen Szene bei Bands wie Confront oder Meanstreak zu suchen. Da macht man nix falsch mit und Sänger Andy zeigt, dass er seine Stimme variabel an den Sound anpassen kann. Dabei zeigt sich auch, wie sauber die Produktion gelungen ist: Vocals, Backings und Gitarren vermatschen nicht und der Sound bleibt drückend.

Beim darauf folgenden „Real Deal“ zeigt sich dann auch die Besonderheit in der Musik der Vier aus Cleveland. Von der ersten Sekunde an wird hier Up-Tempo-mäßig aufs Gaspedal gedrückt und die Lyrics werden passend darüber geschrien. Hier liegt auf jeden Fall ein bisschen Youth-Crew-Revival in der Luft, denn die Anleihen zum 80er NY-Sound sind überdeutlich. Allerdings wird hier nicht blos altbewährtes kopiert, sondern auch mal die Bremse durchgedrückt, um einen groovenden Clevo-Part einzustreuen. Achja und Two-Step gibt’s natürlich auch.

„No More Games“ reiht sich mit seinem Riffing an das trashige Gitarren-Solo aus dem Vorgänger-Song an und kommt in bester Crossover-Manier daher. Die dargebotene Abwechslung im Sound hat durchaus ihren Reiz, aber streckenweise lässt sie doch mal den roten Faden vermissen. Aber ist schon klar, dass die Jungs auf ihrer Demo ein möglichst breites Bild ihres Schaffens zeichnen wollen.

Der letzte Song der knapp elfminütigen Demo ist dann „We Out Here“ und spannt noch einmal den Bogen zwischen Cleveland und Frank… äh New York. Groove, Tempo, Groove, Tempo und so weiter, aber auf jeden Fall gut verpackt und mit der nötigen Härte. Allerdings könnte der Song ein bisschen mehr von der Abwechslung vertragen, die an anderer Stelle zu viel ist. Ein Skit unter „Foe Tha Love Of $“ beendet den Party-orientierten Song.

So viel zu dem was musikalisch drin ist, zu den Lyrics bleibt LEIDER nicht allzu viel zu sagen. Die Texte zielen mehr auf die persönliche Ebene ab und deshalb ist die Einfachheit auch erst mal gar kein Problem. Dass man anders ist als die Anderen und am besten von seinen eigenen Leuten verstanden wird, muss halt nicht lyrisch schön verpackt werden. Aber wenn drei Songs mit „I don’t care“ beginnen und zwei davon mit „Where you stand – this is my master plan“ fortgeführt werden klingt das ganz schön redundant. Zur Musik passen die Texte aber auf jeden Fall und erfüllen ihren Zweck.

Also hätten wir auf der ersten Demo von The Real Deal typischen Cleveland-Sound mit Youth-Crew-Anleihen und einfachen Lyrics. Da fehlt also nur noch das Artwork, das mit der gezeichneten Mischung aus Graffiti-Piece und Monster mit glatzköpfigen Typen an der Kette passenderweise die Oldschool-Schiene bedient. Das Inlay ist halt ganz ok. Lyrics vor einer Mauer, mehr braucht es nicht.

Unterm Strich eine schnörkellose Demo von einer Band, die am eigenen Sound bastelt und diesen aus den passenden Ecken zusammenschraubt. Damit das Ganze als Einheit funktioniert, wird es wahrscheinlich noch so etwas wie einen roten Faden im Songwriting brauchen, aber die Chancen auf einen eigenständigen Nachfolger der Demo stehen nicht schlecht.

Tracklist:The Real Deal

1. Proven
2. Real Deal
3. No More Games
4. We Out Here

Michael Breuer

Für weitere Informationen checkt:

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