United Blood – The Plague Review

Ich weiß, ich weiß – es ist schon überfällig – Verpflichtungen, Prokrastination , dies… das, aminakoyum – wo man hinschaut. Ich für meinen Teil schreibe dieses Pamphlet heute mal vom Küchentisch im Hollandurlaub, da ich bislang zu faul war mich wie ein heroinkonditionierter Drogenjunkie mit schlechtem Gewissen auf die Suche nach einem Coffeeshop zu machen. Wenn man schon mal in Holland ist.

Mal sehen, was haben wir denn hier? Filled With Hate‘s neueste Erscheinung: “The Plague” von United Blood aus Salzburg, Österreich. Achja, es klingelt etwas: Mit Philipp, dem Gitarristen (auch Burn The Traitor) hatte ich schon so einige kontroverse Diskussionen über den musikalischen Zustand der Euro-Hardcore Szene Post 2010. Nicht immer einer Meinung, aber der gemeinsame Nenner war aber stets „…da muss doch mehr gehen?“. Guter Mann, denn diese Überzeugung, muss er in die Band hineingetragen haben.

United Blood

Ich finde die Scheibe ist eine maximale Steigerung zu dem was die Band zuvor mit „Worthless“ (MFD, 2013) vorgelegt hatte. United Blood ist kein besonders einfallsreicher Name aber die Musik dagegen steckt, I.M.H.O. spielerisch einen großen Anteil der internationalen Konkurrenz in den Sack.

Ein heutiges Problem vieler metallischer Hardcore und Beatdown Bands ist, dass deren Einflüsse fast ausschließlich aus dem selben Genre stammen. Irgendwie scheint aber dieser musikalische Kannibalsmus bzw. Inzest ja immer noch genügend Pöbel hinterm Ofen hervor zu locken. United Blood allerdings haben da eine andere Herangehensweise. Schweden Urlaube? Florida Exkursionen? Oder man findet, wenn man in Salzburg am Straßenrand einen Stein umdreht gleich mehrere Thrash und Death Metal Referenzen?

Der Horizont der Jungs geht um einiges weiter als der, der üblichen Retortenbands. Mein Gesamteindruck: Ein rundes Album was hier abgeliefert wurde. United Blood gelten für mich derzeit musikalisch als die vielversprechendste Hardcore Band Österreichs.

Hatebreed (S.I.T.D.O.D . und Perseverance Ära) und Sworn Enemy Grooves treffen auf Solos ala Dismember und Grave. Manchmal hört man hier und da etwas Bolt Thrower und Malevolent Creation Riffs.

Im Kontrast dessen kommen der Gesang und die Moshparts häufig sehr modern und Euro-Beatdown-lastig daher. Hiermit homogenisiert sich die Mixtur wieder, sodass man nie das Gefühl hat eine Metal Band zu hören. Die einzigen Abstriche, die ich habe sind im Layout und den Themen & Konzept, die textlich verarbeitet werden begründet. Mir wird dabei zu viel szene-typisches wiedergekäut. Die Musik spielt mindestens 3 Ligen darüber.

So genug gelobt. Ich mache mich jetzt auf die Suche nach einem Coffeeshop.

United Blood - The Plague CoverTracklist

01. The Epidemic
02. Population Zero
03. Guard Dog
04. The Plague
05. Lifeline
06. State of Rats
07. Last Breath

Andy Helmholz

Für weitere Informationen checkt:

http://www.facebook.com/unitedbloodhc

http://www.filledwithhate.com