Wisdom In Chains – The God Rythm Review

Es war 2007 als Wisdom In Chains ihr Album „Class War“ auf die Welt und auf mich los ließen. Wenn ich mich an diese Zeit zurückerinnere, war ich mit meinen 17/18 Jahren gerade in einer stürmischen Zeit, mit der typischen „Anti Alles Attitüde“, die man als post-pubertärer Jugendlicher eben so an den Tag legt. Und genau da hat der stark punkig angehauchte, mit Gangshouts und purem Hardcore gemischte Sound, den die Jungs aus Pennsylvania auf der „Class War“ spielen, für mich einfach den Nerv der Zeit getroffen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass dieses Album einer der Gründe für mich war, mich von anderen Dingen loszusagen und immer weiter in diese Welt des Hardcore einzutauchen.

Wisdom In Chains

Nun ist es 2015 und es sind gefühlt drei Jahrzehnte vergangen. Ich halte wieder ein Album von Wisdom In Chains in der Hand, und bin direkt wieder gefesselt. Wenn man sich „The God Rhythm” zum ersten Mal anhört, fällt sofort auf, dass Wisdom In Chains älter geworden sind. Das Album ist um einiges melodischer als seine Vorgänger und die schnellen Punkelemente wurden stark reduziert, sodass es ruhig und fast schon gesetzt wirkt. Aber gleichzeitig bauen Wisdom In Chains dabei eine enorme Emotionalität auf, die mich begeistert und mitreist.

Der Opener Track „People Die“ ist davon mal ausgenommen, weil er musikalisch genau das liefert, was man eigentlich erwartet. Trotzdem entpuppt sich hier die zweite Auffälligkeit der Platte und das sind die Texte. Diese beschäftigen sich sehr viel mit Verlustängsten, Abschied und Liebe. Zeilen wie: „You think you’ll live forever, but trust me you will die. I wish my words can comfort you but people they all die.” sorgen bei mir nicht gerade für ein warmes Gefühl in der Magengegend.

Und wenn mir Mad Joe mit dem gewaltigen Volumen seiner Stimme dann noch Textzeilen wie „Could the world keep turning in the absence of time? Could I even exist if I’m not yours and you’re not mine?“, dann erzeugt dies eine solche Stimmung, dass mir nicht nur bei „Mathematics” die Gänsehaut kommt. Einfach nur schön!

Gerade bei Tracks wie „When We Were Young” oder „Songs To My Killer” merkt man, dass Wisdom In Chains einen noch tieferen Griff in die Streetpunk- bzw. Oi-Kiste machen als früher, was aber zu der Band passt. Am liebsten würde ich mir dieses Album wie einen seltenen Schatz bewahren, den ich in den Schrank stelle und nur zu besonderen Anlässen raus hole, um mich nicht an ihm satt zu sehen bzw. zu hören.

Zwei Sachen stehen fest:
1. Wisdom In Chains werden mich wohl nie enttäuschen
2. Sie werden wohl nie wieder ein besseres Album als die “Class War” aufnehmen. Aber mit „The God Rhythm“ ist den PAHC Legenden wohl ihr musikalisch stärkstes Album gelungen. Entweder bin ich mit ihnen gealtert oder sie mit mir. Ich liebe es!

TracklistWisdom In Chains - The God Rhytm Cover

01. People Die
02. When We Were Young
03. Resonate
04. How Far Will You Go
05. Songs To My Killer
07. Mathematics
08. Fatherless
09. Best Of Me
10. The God Rhythm
11. Violent Americans
12. Joey Ramone
13. Skinhead Gang
14. Outro

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