Wolves Carry My Name – Black Earth Tongue Review

Der Winter steht vor der Tür und wie jeden Winter stelle ich meinen Musikgeschmack zu schätzungsweise 90% auf Black Metal und Doom-/Sludge Metal um. Da kommt es mir ganz gelegen, dass meine Freunde von Wolves Carry My Name sich nach einem gefühlten Millennium noch einmal aufgerafft und endlich neues Material aufgenommen haben, welches sie nun unter dem Namen „Black Earth Tongue“ als CD und Tape veröffentlichen. Der Name der EP gefällt mir übrigens so gut, dass ich meine Zeit damit verbringe auf Google nach Patentanwälten zu suchen um diesen Namen rechtlich geschützt stehlen zu können. Aber das steht gerade nicht zur Debatte.

Im Mittelpunkt steht hier natürlich das, was man auf „Black Earth Tongue“ zu hören bekommt. Während die Siegener Sludge-Kapelle, die unter anderem Member und ex-Member der Hardcore-Band Blood By Days beherbergt, auf ihrer Debut EP „Amongst Ruins and Ashes“ neben den Stoner- und Doom-Elementen auch ein wenig Post-Metal der Marke Neurosis mit einbrachte, geht es auf ihrem neuen Werk deutlich direkter und unverblümter zur Sache.

Die atmosphärischen Post-Rock-Anleihen mussten Drone- und Crust-Einflüssen weichen, was die ganze Scheibe sehr viel rauer und brachialer wirken lässt als den Vorgänger, der bei mir bereits hoch punkten konnte. Auch im Gesang hat sich einiges getan. Während sich Sänger Konstantin auf „Amongst Ruins and Ashes“ größtenteils nach Black-Metal-Manier durch die Songs kreischte und ab und zu mal ein paar Death-Metal-Vocals einstreute, dominiert auf „Black Earth Tongue“ tiefes Shouting, das mich ein wenig an die amerikanischen Crust-Punks His Hero Is Gone erinnert. Was mich selbst verwundert ist, dass mir die neue Ausrichtung der Band viel mehr gibt als das vorherige Release, obwohl es gerade die ausgefeilte Kombination der verschiedenen Subgenres war, die mich an der vorherigen EP faszinierte. Die neue Schöpfung der Siegener Band mit dem wunderbar kryptischen Namen klingt in meinen Ohren einfach authentischer, dreckiger und ehrlicher. Das Gesamtwerk glänzt mit einer widerlichen Härte, die wahrscheinlich selbst den nihilistischsten Heroin-Junkie in den Sümpfen von Louisiana noch zum Zusammenzucken zwingt. Insgesamt hat man hier also alles komplett richtig gemacht.

Man möge sich wahrscheinlich wundern und sich fragen warum der Idiot hinter der Tastatur einem keinen Song zum anspielen empfiehlt, wenn er die Platte doch gerade in höchsten Tönen lobt. Ich hebe hier ganz bewusst keinen Song hervor, da die Scheibe für mich am besten im Zusammenhang funktioniert und erst so ihre Wirkung entfaltet. Ich empfehle euch hiermit ausdrücklich euch die Zeit für die Scheibe zu nehmen und euch voll und ganz darauf zu konzentrieren. Ihr werdet sehen was ich meine. Wolves Carry My Name beweisen, dass guter Sludge-/Doom Metal auch aus der Siegener Provinz kommen kann und man sich hier nicht hinter den Größen aus New Orleans verstecken muss. Diejenigen, die bei meinen Lobpreisungen an die Scheibe neugierig geworden sind, können diese als CD im Webstore der Band erwerben. Für die Nostalgiker unter uns haben RNRVT die EP zudem als limitierte Tape-Auflage veröffentlicht. Meine Kaufempfehlung habt ihr!

TracklisteWolves Carry My Name - Black Earth Tongue Cover

01. Teeth Black As Coffin Nails
02. Iron Waves
03. Six Of Swords
04. Ghost Limb
05. Wormwoods
06. Morast
07. Tamam Shud

Für weitere Informationen checkt:

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https://wolvescarrymyname.bandcamp.com

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