James First – James First EP Review

James First – der Name sagt dir nichts? Macht gar nichts, bei mir sah es nämlich nicht anders aus. Obwohl ich mich bedingt durch die verschiedenen Reviews relativ häufig im Backbite Records Umfeld tummele, war mir dieser Bandnamen noch nicht untergekommen. Vorhersehbare Witze zum Namensvetter James Last erspare ich mir an dieser Stelle, denn obwohl die Band noch relativ klein ist, kann man zum Glück viel mehr darüber erzählen, als dass nur der Bandname für billige Gags herhalten müsste.

James First sind eine vierköpfige Band aus Lübeck und machen in erster Linie Skate-/Punkrock, mit einer kleinen Portion Hardcore. Obwohl erst im März 2015 gegründet, erscheint das Release nicht überstürzt oder lückenhaft – im Gegenteil: Die Songs klingen durchaus rund und bringen in typischer Skatepunk-Manier den Kopf zum Wippen. Eingängige Melodien gepaart mit catchigen Hooks bohren sich ins Gehirn und verfolgen einen Tagelang. Da ich mich selber als sehr großen Fan dieser Musikrichtung bezeichnen würde, ist dieses Release wirklich was besonderes für mich. Die Konstellation aus einem kleinen Hardcore DIY-Label, welches eine kleine Band rausbringt, die sich dem Hardcore und DIY-Gedanken verschrieben hat und dabei astreinen Skatepunk spielt, ist einfach frisch und überzeugt mich.

Dazu kommt, dass ähnlich wie beim letzten mir vorliegenden Backbite Records Release “ANGST” von Stand Your Ground auch hier hochpolitische und aktuelle Themen aufgegriffen werden. Besonders gut gefällt mir, dass das alles passend zur Musik sehr umgangssprachlich formuliert worden ist und so noch direkter und selbstverständlicher wirkt.  Zwischendrin sind natürlich auch einige Songs zu finden, die sich inhaltlich im gewöhnlichen 0815-Hardcore-Punk-Textspektrum abspielen, was aber auch voll okay ist. James First bieten hier auf jeden Fall inhaltliche Vielfalt mit Gewicht, die auf jeden Fall eine klare Positionierung darstellt.

Damit ihr das auch alles in Ruhe nachlesen könnt, liegt dem Release ein schönes Infoheftchen bei, welches mit Lyrics, Danksagungen und Bandfotos daher kommt. Auch eine coole Abwechslung zum 0815-Vinyl-Infoblatt. Hier steckt auf jeden Fall Herzblut und Kreativität an allen Ecken drin. Und wenn ich es nicht besser wüsste, würd’ ich sagen, dass als Schriftart der Texte die alte Counter-Strike 1.0 Menü-Schriftart hinhalten musste. Mehr Nostalgie geht kaum in Kombination mit der Musikrichtung.

Mein Anspieltipp für die Platte ist der Song “Hatemongers In Disguise“, welcher auf der Bandcamp-Seite der Jungs gehört werden kann. Ansonsten bleibt nichts mehr übrig, außer euch eine Empfehlung für die Platte auszusprechen, die ihr als 12” Vinyl bei Backbite Records erwerben könnt.

Tracklist

01. Zero Tolerance Of A Birdbrain
02. Good Time so Far
03. Broken Heart
04. Hatemongers In Disguise
05. Turn It All Around
06. Watch Your Mouth

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