Dull Eyes – Interview

Dull Eyes haben aktuell ihre neue 12″ EP „Titanomachy” via Powertrip Records rausgebracht und begeistern mit einer komplexen Mischung aus Sludge/Doom/Metal und Hardcore. Ein perfekter Zeitpunkt um die Jungs in einem Interview ein bisschen auszuquetschen.

Hi Jungs! Bitte stellt euch unseren Lesern kurz vor. Wer sind Dull Eyes? Wann und wo habt ihr als Band zusammengefunden?

Die Dull Eyes sind Tarik und Sam an den Gitarren, Simon am Bass, Silvan an den Trommeln und ich, Jannis, am Mikrofon.
Wir haben 2011 über unseren alten Gitarristen Karim zusammengefunden, damals noch ohne Sam. Karim und ich hatten Pläne, eine Band à la Cro-Mags, Leeway etc. zu gründen und haben zuhause ein paar Mal zusammen gejamt. Er hat Simon und Tarik ins Boot geholt, die wiederum Silvan ran geholt haben. Was bei unseren ersten Proberaum Sessions herum kam, war dann aber im Rückblick erstmal ziemlich grausig und hatte mit meinen damals gewünschten Referenzen und auch mit dem, was wir heute machen, eher wenig zu tun. Trotzdem haben wir 2012 angefangen, Shows zu spielen und waren auch das erste Mal für unsere 10“ EP „War Anthems“ im Studio. Sam ist kurz vor den Aufnahmen der Platte zu uns gestoßen. Seitdem spielen wir relativ regelmäßig Gigs, die Sache kam halt so ins Rollen und inzwischen ist auch unsere zweite Platte „Titanomachy“ draußen.

War euch bereits bei eurer Gründung klar, in welche musikalische Richtung die Reise gehen sollte? Welchen musikalischen Background haben die einzelnen Mitglieder mitgebracht?

Eigentlich wollten wir damals irgendwie alles und nichts so richtig machen, wie das halt so ist, wenn man vorher noch nicht ernsthaft in Bands gespielt hat. Unsere Musikgeschmäcker haben sich erst parallel zu der Band so richtig entfaltet. Wir haben uns seit dem Bestehen der Band in wirklich viele verschiedene Sachen reingehört oder alte Kisten wieder ausgepackt. Es besteht da ein recht großer gemeinsamer Nenner und es ist schwierig so pauschal sagen, wer da jetzt welchen Anteil am stärksten vertritt. Ums trotzdem mal zu versuchen: Tarik kann dir wirklich alles über die 70s erzählen, Simon ist unser 80er/90er Metalhead, Sam steht auf Crossover, Silvan würde viel lieber öfter schnell spielen als wir es tun und ich … keine Ahnung, ich mag Motörhead und Danzig. Wir nageln das auch noch immer nicht fest, wie genau wir klingen wollen. Ich stehe nicht besonders auf Bands, die jedes Jahr neue Songs rausbringen, die genauso wie die ihrer vorigen Releases klingen. Für uns ist das ein laufender Prozess und wir machen einfach, wo wir gerade Bock drauf haben. Da kann dann alles Mögliche mit einfließen.

Wenn man eure Songs hört, dann wird einem schnell klar, dass Black Sabbath wohl auch ein guter Freund von euch ist. Deswegen zwei kurze Glaubensfragen vorweg: Ozzy oder Dio?

Klarer Fall. Ozzy.

Black Sabbath (1970), Master of Reality (1971) oder 13 (2013)?

„Black Sabbath“ ist das Beste.

Wie seid ihr eigentlich auf die Idee gekommen Hardcore und Doom zu vermischen?

Es ist ja nicht so, dass wir die ersten sind, die auf die Idee gekommen sind. Wir wollen einfach geile Riffs schreiben und dabei eine mächtige, aber auch noch irgendwo entspanntere, „rockige“ Atmosphäre schaffen. Das alles ergibt sich aus den Sachen, die wir selber hören.

Macht es euer musikalischer Stil eigentlich schwierig in einer Szene Fuß zu fassen? Seid ihr eher auf Metal oder auf Hardcore Shows anzutreffen?

Wir spielen auf jeden Fall mehr auf Hardcore Shows, einfach weil wir da die Leute kennen und aus der Richtung mehr Anfragen bekommen. Die Resonanz ist meistens ganz gut. Allerdings ist das nicht immer so offensichtlich zu erkennen bei einer Band wie uns, die nicht unbedingt so sehr zum Ausrasten einlädt wie andere. Sicherlich wünscht man sich hier und da doch noch etwas mehr Anerkennung, aber ich will nicht jammern. Andere Bands haben es auch nicht leichter.
50/50, würde ich sagen. Es gibt gerade nicht allzu viele Hardcore Bands, die mich wirklich umhauen. Ich war definitiv schon mal öfters auf Shows. Bei den anderen sieht das genauso aus.

Mit „Titanomachy” habt ihr euren ersten Long Player am Start. Welche Releases sind dem Vorrausgegangen und welchen Stellenwert hatten sie auf dem Weg zur ersten Full Length?

Vor „Titanomachy“ haben wir – wie vorhin erwähnt – unsere erste EP „War Anthems“ 2013 auf Vinyl und Tape rausgebracht. Um die Zeit bis zur zweiten Platte etwas zu verkürzen, haben wir Anfang diesen Jahres über Open Up Records eine Split mit der australischen Band Restrictions auf Tape veröffentlicht. Unser Beitrag dazu waren die Songs „Galaxy Grinder“ und „Skeleton Rose“, die jetzt auch auf unserer aktuellen Scheibe drauf sind. Wir selber würden „Titanomachy“ eher als 12“ EP bezeichnen. Für einen richtigen Longplayer ist da noch Luft nach oben. „War Anthems“ war halt unser erstes Release. Ganz sicher nicht perfekt, aber gut dafür, hier und da Gehör zu finden und einige Shows spielen zu können. Unsere neue Platte ist für uns persönlich der Schritt in die richtige Richtung.

Wo, wann und wie ist „Titanomachy” eigentlich releaset worden?

Seit dem 1. November ist die Platte über Powertrip Records draußen. An dem Tag haben wir unsere Release Show beim Skylla Rise Fest in Berlin gehabt, zusammen mit vielen anderen super Bands wie Avalanche, Demonwomb, Gone To Waste, In Circles, Hollow Truth, Client, … war sau geil!
Am Tag danach haben wir eine zweite Release Show in Kassel gespielt und am 22. November folgt eine dritte bei uns zuhause in Düsseldorf im AK47. Neben dem regulären Vinyl gibt es noch eine Preorder – und eine Release Show-Edition.

Wie ist es zur Zusammenarbeit zwischen euch und Powertrip Records gekommen?

Als wir unsere erste Platte rausbringen wollten, haben wir diverse Labels angeschrieben. Hannes fand’s cool und jetzt haben wir zwei Scheiben bei ihm draußen. Irgendwie war das direkt ganz klar, dass auch unsere zweite bei Powertrip erscheinen würde. Da wurde gar nicht viel drüber gequatscht. Danke an Hannes für die ganze Energie, die er darein steckt! Oft können wir das alles, faul wie wir sind, gar nicht richtig verarbeiten.

Was wird die Hörer auf der Platte musikalisch und inhaltlich erwarten?

Macht euch bereit für viel Fuzz, Heavy Metal und Space Shit! Hört’s euch einfach an! Auf www.legendsarising.com gibt es einen Stream. Viel Gelaber bringt da keinem was, denke ich. Inhaltlich geht es entweder um persönliche Dinge oder einfach um abgedrehtes Zeug, das die instrumentale Stimmung aufgreift. Oder halt um beides.

Ich habe schon den Stream gehört und kann ungelogen sagen, dass das ein Release aus Deutschland ist, das nochmal wohltuend hervorsticht. Ins Auge gestochen ist mir allerdings auch das Artwork. Welche Story verbirgt sich dahinter und wer hat es für euch gemacht?

Danke! Das Artwork hat Chris aka Black Cloud Design für uns gemacht. Die Motive darin sind inspiriert vom Titel „Titanomachy“, sprich dem Krieg der Titanen im mythologischen Sinne und dem Kollidieren von Planeten in einem instabilen Sonnensystem (ganz grob definiert) im astrologischen Sinne. Außerdem sind Ausschnitte aus den Lyrics darin verbildlicht. Das lief zunächst einfach so, dass Chris sich unsere Platte angehört und dabei was aufs Papier gebracht hat. Mit dem Ergebnis sind wir zu 100% zufrieden.

Was sind eure Pläne nach dem Release der Scheibe? Wird es eine Tour zum Release geben?

Wir wollen nächstes Jahr auf jeden Fall richtige Touren spielen und von vereinzelten Shows mehr und mehr Abstand nehmen. Bisher ist da aber nichts Handfestes zu verkündigen. Ich bin recht zuversichtlich, dass wir ganz gut mit dieser Veröffentlichung rum kommen werden.

Wie werdet ihr als Band das Jahr ausklingen lassen? Habt ihr schon Bock auf Hardcore 2015?

Wir spielen noch – wie bereits erwähnt – die eine Release Show in Düsseldorf am 22.11. und dann noch einen Gig am 7.12. in Duisburg. Das war’s dann wahrscheinlich erstmal für dieses Jahr.
Mit der Band und unseren Zielen im Blick habe ich auf jeden Fall Bock drauf. Ich weiß gar nicht, was sonst so passiert. Neue Releases? Ich bin recht gespannt auf die neue Fire & Ice LP. Wenn die das cool umgesetzt bekommen, was die selber als ihre Referenzen dafür angeben, könnte das was werden! Demonwomb und Hollow Truth sind auch bald wieder im Studio. Ebenfalls Bock drauf!

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit Titanomachy! Die letzten Worte gehören euch…

Wir haben für die Aufmerksamkeit zu danken! Bleibt cool, bleibt locker, alles cool! Ciao.

Michael Breuer

Für weitere Informationen checkt:

http://www.facebook.com/dulleyeshc

http://www.facebook.com/powertriprecords

https://www.youtube.com/watch?v=4WRRJyh62Iw