Countdown – Prisoned By Faith

Countdown haben bereits in den vergangenen Jahren mit ihren Releases überzeugt und sich wirklich den Arsch abgespielt. Gefühlt die Hälfte dieser Shows fanden in Siegen statt. Das mag übertrieben sein, sie haben aber mindestens drei mal hier gespielt. Ich als Siegener höre da wohl mal in die neue Platte rein, wa!

Das Artwork kommt im Gefängnislook daher. Eine Person liegt in Ketten und trägt eine Dornenkrone. Ihre Hände sind gefaltet. Die Platte kommt über Bruised & Broken Records aus Magdeburg. Soviel zum Technischen. Die Platte kommt sehr gut ohne Intro aus, nach kurzem Gitarrenriffing wird der Hörer direkt in den ersten Song geworfen. Irgendwie schmerzt mein Kopf beim Headbangen, war vielleicht bisschen viel Schnaps gestern?! Aber da muss ich jetzt durch. “Dead End” wartet zwischendurch mit metalligem Gitarrengeballer und stampfenden Parts auf. Das Livepublikum wird diesen Song schonmal ziemlich gern haben. Thematisch geht’s um das Ziel unserer Reise auf der Erde. Viele Wege, ein Ziel: und zwar sechs Fuß tiefer. Zum Song wurde übrigens von Roughneck Media ein Promovideo produziert. Wir binden das unter dem Artikel ein, schaut doch mal rein. Eine Anekdote besagt dass es beim Videodreh im Wald zum Wortgefecht zwischen den Parteien Countdown/Roughneck Media und einem wütenden, belgischer Förster kam, der das gar nicht so witzig fand, dass eine Metalband in seinem Wäldchen ein Video dreht.

Es folgt der Titeltrack “Prisoned By Faith”. Geht noch mehr Metal pro Song? Sänger Fabio möchte seinen Hörer hier nochmal über Religion aufklären, im Besonderen kritisiert er den Machtmissbrauch, den Priester betreiben. Das ist allerdings nicht alles, denn einen Gott gibts laut Countdown sowieso nicht. Musikalisch packt mich der Song nicht so ganz, da steckt einfach für mich zu viel Metal drin. Dazu kann man aber bestimmt prima im Kreis laufen. Am Ende gibts dann doch noch einen Breakdown. Mit “Feel The Weight” präsentieren Countdown nach der vorausgehenden Metal-Schiene einen (mir persönlich) wieder etwas eingängigeren Song. Hier findet sich das Schöne an der Mischung, die Countdown ausmacht. Diese schleppenden Riffs, die einen unweigerlich zum Kopfnicken anstiften. Dann zum Ende des Songs diese Spannung, die sich bis zum fast Unaushaltbaren aufbaut, um sich danach in einen wütenden Breakdown zu entladen, während Fabio sich auf der Bühne verkrümmt und verächtlich den Text ins Mikro rotzt. Das solltet ihr euch auf jeden Fall mal live antun!

Der Rest der Platte wartet mit einigen weiteren Knallern auf, deren Detailbeschreibung ich euch an dieser Stelle erspare. Schließlich sollt ihr euch eine eigene Meinung bilden! Die Platte endet mit dem Song “…Suadere Malorum”, zu Deutsch “zu Übeltaten überreden” (frei von mir übersetzt). Unter anderem lassen es sich Countdown nicht nehmen mit “Fuck you God!” nochmal ein Skit einzubauen, das ihre Meinung zu diesem Thema deutlich herausstellt. Ein spannendes Konzeptalbum, welches Freunden von Hardcore mit hohem Metalanteil sehr gut gefallen sollte.

Tracklist:

1. Dead End
2. Prisoned By Faith
3. Feel The Weight
4. Greed
5. Meaningless
6. Bloodshed
7. No Return
8. The Mind Is Weak
9. Finius Adesr Rerum
10. Our Fight To Live
11. …Suadere Malorum

Simon Flender

Für weitere Informationen checkt:

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