Hang The Bastard – Sex In The Seventh Circle

Peng! Das Review zum gar nicht mehr so neuen Hang The Bastard Langeisen. Ich würde mich als Fan der ersten Stunde bezeichnen und nach anfänglicher Skepsis & herber Enttäuschung über die Abkehr vom angepissten HC/Metal-Sound habe ich dementsprechend auch etwas Zeit gebraucht, bis ich mich nochmal an das Teil herangewagt habe. In Sachen Songwriting & Konzeption hat das nichts mehr mit dem eher chaotisch zusammengeschusterten (und trotzdem genau DESWEGEN so frischem) Sound des „Hellfire Reign“-Albums zu tun. Jep, es ist ‘ne Sludge-Metal-Platte geworden. Iron Monkey würden aus dem Grab applaudieren, jede NOLA-Band würde anerkennend nicken. Insbesondere der neue Sänger Tomas drückt der Band seinen Stempel auf und erinnert mich mit seinem recht außergewöhnlichem Gekeife in der Tat enorm an das britische Sludgeflaggschiff Iron Monkey.

Und genau daran werden sich die Geister scheiden. Hat man es aber erstmal geschafft die eigene „Dat ist anders, jetzt is dat halt kacke“-Haltung abzulegen, darf man sich auf ein Monster an Album freuen. Besonders beim Opener „Keeping Vigil“ animieren die Riffs nach einem epischen Intro zum Haare schütteln und trotzdem total kacke drauf sein. Die ganze Platte trieft vor Dreck und großartigen Riffs, und das ist irgendwie richtig schön. Spätestens wenn zwischendurch solche epischen, musikalischen Ausreißer wie „Mist Of Albion“ den Hörer auf packende und quasi transzendierende Art und Weise abholen, sollte jedem nicht ganz so engstirnigem, selbsternanntem Musiksachverständiger klar werden, dass die Jungs musikalisch einfach eine ordentliche Schippe drauf gelegt haben. Egal wie weh mir das tut, weil das nicht mehr die Hang The Bastard sind, die ich kennengelernt habe, muss ich schweren Herzens eingestehen, dass die Band mit der Kurskorrektur wohl die richtige Entscheidung getroffen hat. Die Truppe könnte in die erste Liga in Sachen Sludge/Stoner-Metal aufsteigen, wenn die zukünftigen Veröffentlichungen mithalten. Klar, hier und da schleichen sich ein paar Selbstzitate ein und nicht jeder Song reißt vom Hocker. Aber das Gesamtbild stimmt einfach und zeichnet sich durch eine beeindruckend gelunge Gratwanderung aus Geradlinigkeit und Überraschungen aus.

Da ich schon immer ein Fan von Down, Eyehategod & Co. war, tue ich mich sicherlich ein bisschen leichter damit, den Wandel zu akzeptieren. Ich glaube viele Leute werden das hier richtig kacke finden und sich ärgern. So richtig. Und das ist auch ok. Trotzdem wünsche ich den Jungs alles Gute in der frivolen Welt des Sludge- & Stoner-Metals und werde auch weiterhin ein Auge auf die Band haben. Außerdem hinterlassen sie uns einen wirklich ordentlichen Backkatalog an Hardcore-relevanten EP’s, Alben und 7-Inches. Musikoffene Hobbynihilisten mit einem Hang zu diabolischen Riffgewittern können sich „Sex In The Seventh Circle“  in jedem gut sortierten Musikfachgeschäft auf CD oder in Form einer wirklich großartigen Vinylversion besorgen. Alle anderen sollten der Platte zumindest einfach mal mehr als einen Durchgang gönnen.

Und wer sich nun auch noch ein Bild Live von den Jungs machen möchte, kann dies an folgenden Dates erledigen:

Samstag 30.05.2015, Rockavaria, Olympiapark/München
Sonntag 31.05.2015, Rock im Revier, Veltins Arena

In den kommenden Tagen wird außerdem ein Interview mit Hang The Bastard bei uns erscheinen.

Hang The Bastard - Sex In The Seventh Circle CoverTracklist

01. Keeping Vigil
02. Morrs Tempest
03. Hornfel
04. The Lesser Key
05. The Majestic Gathering Of Goetia
06. Mist Of Albion
07. Sex In The Seventh Circle
08. (Reprised)
09. Absorption
10. Beyond The Pale
11. Sweet Mother
12. Dyad
13. Hornfel (Demo)

Moritz Rink

Für weitere Informationen checkt:

http://www.facebook.com/hangthebastard

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