Lucifer The Lightbearer – Generations

Das seit 2011 existierende, fünfköpfige Gestirn aus Leipzig hat nun, nach einer Demoveröffentlichung aus dem Jahre 2012, auf Redbeards Revolt Records und Helltrapped Records ihre erste EP namens „Generations“ veröffentlicht. Nach dem ersten Hören des ersten Tracks wird umgehend deutlich, was den Konsumenten hier erwartet: eine Schubkarre voll mit zähflüssigem Sludge, gepaart mit massig Downtempo und Hardcore Ingredienzen – ein ungemein erfrischendes, wie auch, in dieser Form, seltenes Bild in den Weiten der kargen Gebirgslandschaft der Szene.

Der erste Song beginnt melancholisch und atmosphärisch, was mir als Intro durchaus taugt, jedoch dauert es nicht lange, bis die erste Breitseite ans Hörgebälk schallert – nach 1:40 setzen die verzerrten Klampfen ein und bringen die eigenen Fäuste zum Ballen. Zugegeben, ohne jegliche Wertung an dieser Stelle einfließen zu lassen, die Stimme von Frontmann Oliver ist alles andere als Standard und lässt mich zu Beginn, meinen Bart in nachdenklicher Manier zupfend, unsicher zurück. Aber keine Sorge, nach ein- bis zweimaligem Durchlauf der Scheibe gewöhnt sich das verwöhnte Ohr an die vorerst ungewöhnlichen Klänge, welche der Kehle des Shouters entspringen, und machen ab diesem Zeitpunkt richtig Spaß! „Turn Around“ beginnt gemächlich, beschleunigt zum richtigen Zeitpunkt und verlangsamt sich zum Ende hin, wobei letzteres dann auch den gemeinen Mosh mit sich bringt. Für’s erste ein wirklich gelungener Song!

„Adverse Season“, das zweite Brett im Bunde, beginnt kompromisslos und lässt Kopf und Beine zeitgleich in einen Twostep verfallen. Der Bassklimax ab ca. 3:00 gefällt ab dem ersten Hören an und verheißt böses, was sich letztlich auch bewahrheiten soll. Richtig fett, meine Herren!

„Bleach“ startet langsam und schwerfällig, was mir für meinen Geschmack ein wenig zu lange dauert, da sich größere Veränderungen erst ab 2:30 einstellen. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der Song aber mit seinem gleichbleibenden Downtempo gewaltig Spaß zu machen, wobei hier recht stark die Sludge-Kante durchkommt. Die Sache mit dem Bassbreak hat sich im vorherigen Song schon bewährt, warum also nicht nochmal? Bei 3:50 fangen die Seile der Klampfe an zu knurren, zudem lässt Schlagzeuger Richard die Sticks über die Toms trampeln, die Gitarren schreien – und ehe man sich versieht, kracht’s! Wahrlich ein gebührendes Finale des dritten Tracks!

Der letzte Song der Platte „Relentless Apprentice“ fällt zuerst mit einem frecheren Geschimpfe des Sängers auf, auch das Riffing wird hardcorelastiger, wobei der Sludge aber auch hier nicht zu kurz kommt. Ohne jetzt auf einzelne Veränderungen im Song eingehen zu wollen, kann man sagen, dass „Relentless Apprentice“ zurecht an letzter Stelle auf der EP steht, da jenes Lied nochmals alle Vorzüge der gesamten Scheibe beinhaltet und aufzeigt. Zähes Downtempo, mitreißende Twosteps, fieses Riffing, eine erfrischend-kratzige Stimme – nicht bloß einzeln, sondern gerade im Gesamtgefüge macht die ganze Sache wirklich viel Spaß. Da haben die Jungs definitiv Gefühl und Talent bewiesen. Ich bin in der Zwischenzeit dann mal gespannt auf das, was da so noch kommen mag. Ick freu mir!

 Tracklist:

1. Turn Around
2. Adverse Season
3. Bleach
4. Relentless Apprentice

Tobias Kallenbach

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