Still Ill – Building The Beast Promo Tape Review

Was Releases betrifft war es lange ruhig um Still Ill aus dem schönen Aachen, doch diese Ruhe findet im November 2015 endlich ihr Ende. Still Ill melden sich zurück und bringen unter anderem längere Bärte, breitere Schultern und vor allem eine riesige Packung erfrischender Riffs mit. Bei dem Promo Tape handelt es sich um eine zwei-Song-Auskopplung der kommenden LP „Building The Beast”. Zuständig für das Release des Promo Tapes sind Rising Nemesis Records Vinyl & Tape, die in der Vergangenheit bereits durch die Tapeauflage der Arkangel Diskographie an Bekanntheit gewannen.

Still Ill

Schon optisch macht das Tape einiges her. Das Cover zeigt eine künstlerisch anmutende Fusion aus dem vitruvianischen Menschen und dem Dämon Baphomet, der häufig als Götzenfigur für den Satanismus und das Böse herhalten muss. Ich habe wirklich keine Ahnung von Kunst und Visualisierung, aber ich denke, dass man sich bei dem Artwork ähnlich viele Gedanken gemacht hat, wie bei den Songs und würde an dieser Stelle fast behaupten, dass das Artwork genau das zeigen soll, was der Titel eben sagt. Aus dem Menschen wird die Bestie, der gewöhnliche Standard zum verkörperten Bösen. Bevor ich mich jetzt jedoch an meinen Versuchen als Kunstanalytiker festfahre, komme ich zum essentiellen – der Musik.

Während man sich zu Gründungszeiten bei Still Ill noch eher in Punk-Gefilden aufhielt, spielt man bei Still Ill 2015 vor allem Metal-Riffs. Wütender Hardcore der Marke No Warning trifft hier auf treibenden Thrash Metal wie er von alten Metallica gespielt wurde. Bereits der Opener „Building The Beast” zeigt, dass man hier ein verstärktes Augenmerk auf musikalischen Anspruch und Abwechslung gelegt hat. Von Anfang an weiß der Song mit treibenden Drums und metallischen Riffs zu begeistern. Auch Sänger Markus hat einiges aus sich gemacht und überzeugt mit einer kräftigen und wütenden Stimme, von der sich so einige Hardcore Bands im Jahre 2015 ein Scheibchen abschneiden könnten. Schon nach einer halben Minute bin ich Fan und das wird mir durch den Gastauftritt des allseits beliebten Kevin „Bizeps” Otto von Optimist noch einmal bestätigt. Kevins Feature verdeutlicht noch einmal den Kontrast zwischen Hardcore und Metal, der sich wie ein roter Faden durch das Soundbild der neuen Still Ill zieht. Würde ich hier noch einmal den Kunstanalytiker spielen, würde ich fast sagen, dass der Kontrast zwischen Markus’ Stimme und Kevins fast schon unmenschlichem Gekeife auch wieder das Mensch-Bestie Verhältnis widerspiegeln soll. Der zweite Song, „The Greater Fool” verfolgt einen ähnlichen Sound, bewegt sich aber ein Stück weiter im Hardcore als „Building The Beast”, was der Abwechslung an der Stelle durchaus dienlich ist. Der Song kann nach meinem Geschmack nicht ganz mit dem Opener mithalten, was jedoch nicht bedeutet, dass der Song auch nur ansatzweise schwach ist.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Still Ill mit ihrem neuen Release große Fortschritte in Sachen Songwriting und Umsetzung gemacht haben, welche sowohl in der Instrumentalfraktion als auch bei Sänger Markus klar wahrzunehmen sind. Ich für meinen Teil bin gespannt auf die LP und freue mich mehr zu hören. Haltet Augen und Ohren offen!

TracklistStill Ill - Promo Tape

01. Building The Beast (feat. Kevin OPTIMIST)
02. The Greater Fool

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