Wake The Dead – Under The Mask Review

Bisher war mir Wake The Dead nur als Comeback Kid-Album und -Übersong bekannt. Doch mit „Under The Mask“ setzen die Franzosen ihr Fähnchen auch auf meine Musiklandkarte.

Wake The Dead

Das überrascht, schließlich ist der Fünfer aus Marseille schon seit über sechs Jahren aktiv, hat zweimal in Asien getourt, in über 30 Ländern gespielt und veröffentlicht nun bereits sein zweites Album (via Demons Run Amok). Der erste Durchlauf bestätigt die offenbaren Livequalitäten: Hierzu lässt sich gut skaten, longboarden und kopfnicken. Der Sänger keift kehlig und authentisch. Das dürfte live ziemlich zünden. In kleinen Clubs (mit textsicherem Publikum) funktionieren Wake The Dead sicher gut.

Auf „Under The Mask“ präsentiert die Band aus Bouches-du-Rhône simplen, aber schwungvoll und zügig gespielten melodischen Hardcore, der beständig Hand oder Fuß im Takt wippen lässt. Wessen Lieblingsbewegung auf dem Moshfloor der Two Step ist, kommt hier vollends auf seine Kosten.

Das zwölf Songs werden durch ruhigere Passagen stellenweise aufgelockert, doch leider werden diese emotionsgeladeneren Parts durch Gangshouts ihrer Atmosphäre beraubt. Generell bietet „Under The Mask“ wenige gesangliche Abwechslung. Dabei mangelt es den Shouts wie bereits erwähnt keineswegs an Authentizität. Stets knapp am Kehlenkollaps und voller inbrünstigem Frust schreit sich Sänger Cesar durch die ca. 40 Minuten Spielzeit. Mehr Variation wäre wünschenswert.

Auf „Under The Mask“ werden bekannte Themen wie Liebe („This is your new love, I hate him.“ aus „M“), Freundschaft, gefühlte Ungerechtigkeit („Why is it always us, in the corner.“ aus „The Light“), ausgelebte Passion und das Überwinden von Hürden behandelt. Alles, was man in der Form schon oft im Hardcore gehört, gefühlt und gedacht hat. Die oft guten Texteröffnungen werden dabei nicht in persönlichen Anekdoten oder durchdachten Versen, sondern unkonkreten Floskeln aufgelöst bzw. zu Ende gebracht. Schade! Hingegen gefällt mir die Idee des „Zweiteilers“ aus den Songs „M“ und „Cold Thing“.

Was steckt also insgesamt hinter der Wake The Dead-Maske? Wer dieses Genre bedingungslos feiert, greift hier definitiv nicht daneben und wird in den Sommermonaten – auch fern der Côte d’Azur – durchaus Spaß mit „Under The Mask“ haben. Es bietet einen runden Sound zum Boarden oder Entspannen am Mittelmeerstrand.

Perspektivisch könnte bei den Jungs aus Marseille noch mehr möglich sein. So haben mir bspw. auch erst die letzten beiden Comeback Kid-Alben wirklich gefallen. Nichts spricht dagegen, dass es sich bei Wake The Dead ähnlich verhalten könnte.

TracklistWake The Dead - Under The Mask Cover

01. Letter To You
02. Monumental Anger
03. Song Of Storm
04. M
05. Cold Thing
06. Black Cat
07. The Light
08. Learn From The Best
09. Forget The Heroes
10. Loyal Angels
11. Clever Road
12. Swordfighting

Marcus Buhl

Für weitere Informationen checkt:

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http://www.demonsrunamok.de