World Negation – s/t

Wer kennt diese Situation nicht: Man ist, aufgrund eines Mangels an interessanten Alternativen, auf einem Konzert irgendwo in einem Dorf, irgendwie ist man müde und schlecht gelaunt und alle klammern sich an ihr Feierabendbier in Erwartung einiger altbekannter Bands. Doch plötzlich beginnt eine Vorband, die man gar nicht so recht auf dem Schirm hatte und klingt auch noch echt brauchbar. Als mir dann noch ein Sworn Enemy Cover um die Ohren schallt, ist der Abend gerettet.

Positiv überrascht hab ich mich nach dem Set von World Negation mit Gitarrist Maik unterhalten und mir die Demo besorgt. Einige Zeit später hab ich es nun endlich geschafft, dazu ein Review zu schreiben.

Die Aufmachung der Demo ist ansprechend: Plastikhhülle mit schwarzem Einschub, vorne das weiße Logo der Band mit einem Anarchy-Symbol und einem umgedrehten Kreuz, auf der Rückseite befinden sich ein Bandfoto, Widmung und Lyrics. Ziemlich DIY und irgendwie geil, wenn man bedenkt, dass viele Bands das mit den Lyrics so nicht hinbekommen. Die weißbedruckte CD ziert das schwarze Bandlogo.

Beim ersten Hördurchgang wird gleich klar, wohin die Richtung geht: Nämlich nach vorne und das am liebsten live! Das ist definitiv keine Scheibe, die man beim Weihnachtsessen mit den Schwiegereltern auflegt.

Es gibt viele schnelle punkige Abschnitte, viele Gangshouts, pissige Vocals und eine gute Portion Mosh. Sobald man sich an den Groove der Songs gewöhnt hat, macht die Demo richtig Spaß.

Sänger Andreas spricht in seinen Texten klassische HC-Themen an. In den Lyrics des ersten Songs geht es darum, dass sich viele Leute keine Gedanken um die Dinge machen, die um sie herum passieren und welche Probleme durch ein Ausbrechen aus diesem Muster entstehen. Der zweite Song mit dem passenden Titel „Snakes“ handelt von persönlichem Verrat und Enttäuschung, wobei der dritte Song die Willkür einiger weniger vermeintlich wichtiger Menschen, also Politiker, großer Unternehmer etc. anprangert. Somit ist die Dreieinigkeit der Menschenkonflikte abgehakt.

Im Gegensatz dazu handelt der vierte Song „Walking Tall“ genau davon, sich nicht unterkriegen zu lassen, Vertrauen in seine Taten zu haben und auf Schlechtmacher und Kopierer zu scheißen.

Soundtechnisch lässt sich die Demo am besten mit For The Glory, einer moshigen Version von Risk It! oder eine Symbiose aus World Eater und Sworn Enemy vergleichen. Also handelt es sich unterm Strich um soliden Euro-Hardcore. Passend dazu gibt sich Alex von World Eater auf dem vierten Song „Walking Tall“ die Ehre.

Demo-typisch lassen sich viele Einflüsse und viele Ideen aus den vier Songs heraushören, sowohl schnelle, punkige Passagen, sowie harte, metallische Mosh-Riffs oder auch melodische Einwürfe. Insgesamt fügt sich alles zu einem nicht revolutionären, neuerfindenden, aber durchaus soliden und interessanten Ganzen. Und ganz ehrlich: Das Rad ist schon erfunden worden! Einen VIVA-Komet wird es für diese Art von Musik wohl (hoffentlich) nie geben, darum geht es den sympathischen Saarländern aber sicher auch nicht. Livetauglich ist die Demo allemal.

Im kommenden Jahr geht das Quintett erneut ins Studio um ein erstes größeres Release herauszubringen. Nach dieser Demo und einiger Zeit persönlicher Weiterentwicklung hat die Band die Möglichkeit, eine richtig gute Platte rauszuhauen. Denn diese Demo ist genau die Art Demo, auf die ein klasse erstes großes Release folgt. Also Augen und Ohren offenhalten!

Letztendlich bleibt nur eine Frage unbeantwortet: Was bedeutet der Bandname eigentlich?

Tracklist:

1. New Born Deviates
2. Snakes
3. World Negation
4. Walking Tall

Lukas Arnhold

 Für weitere Informationen checkt:

http://www.facebook.com/worldnegationhc

http://worldnegation.bandcamp.com/releases